Im Rahmen der bemerkenswerten Reiher All Time Best erscheinen wieder einige sehr empfehlenswerte Sampler. Unter anderem von der Dame, die schon seit mehr als 40 Jahren polarisiert, Nina Hagen. Die „Godmother of Punk“, die vor 59 Jahren in Ost-Berlin als Tochter der Schauspielerin Eva Maria Hagen und Hans-Oliver Hagen geboren, kam sie schon früh mit der Musik in Berührung. Auf der einen Seite ausgelöst durch ihre Mutter und deren neuen Lebensgefährten Wolf Biermann, der Nina als „eigene Tochter“ sah und so sehr prägte, dass sie ihm nach seiner Ausweisung in den Westen folgte. Aber auch das ist, wie so vieles, Geschichte – und da „Tante Nina“ nächstes Jahr einen runden Geburtstag feiert, da kommt es doch gerade recht, dass man auch von dieser Künstlerin einen Sampler mit einigen ihrer bekanntesten Nummern erstellt hat – und das sind schließlich nicht gerade wenige.

Los geht’s mit der Nummer TV Glotzer, einer Coverversion des Tubes-Klassikers White Punks on dope, das Nina Hagen im Jahr 1978 mit der Band, die später als Spliff bekannt wurde und einen festen Bestandteil der Neuen Deutschen Welle bildete, aufnahm. Jene Band, die es als Begleitband schaffte, eine bis dahin ungehörte Synthese aus Reggae, Punk und New Wave, die auf kontrovers diskutierte Texte traf, zu etablieren, wie man an den weiteren Tracks Unbeschreiblich weiblich, Superboy oder Auf’m Bahnhof Zoo hört.

Die ausgebildete Stimme der Hagen machte aus alten Klassikern wie My way und ihrer Hommage an Zarah Leander Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen immer wieder etwas Einzigartiges, das man immer mit „der Hagen“ identifizieren wird. Auch ihre eigenen Titel wie African Reggae, Universelles Radio oder New York, New York haben ihren Platz in den Geschichtsbüchern der deutschen Populärmusik.

Nina Hagen schafft es immer noch, mit ihren Ansichten über UFOs und Esoterik zu verwirren. Aber ist es nicht genau das, was wir an ihr so mögen?

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Text: Dennis Kresse