Young Blood ist eine Orgie. Eine Orgie an Noise, Garage, lärmigen Schrammelpassagen, hinreißend schönen Melodien, Tempowechseln in Hochgeschwindigkeit. No Jaws suhlen sich innbrünstig in all diesen Elementen und zaubern ein großartiges Zweitwerk, das keine Wünsche offen lässt. Dröhnend knarzige Gitarren schrammeln sich neben enervierendem Schlagzeug ins Gehör und lassen einen mit der verblüfften Erkenntnis zurück, dass man auch in 2014 eine fantastische Melange aus Noise und Pop in Höchstform hören kann. Bereits die ersten drei Tracks reißen einen gleich einem dreifachen Espresso aus jeder herbst- und winterlichen Lethargie.

Erstmals mit Honey kid lassen sich No Jaws ein wenig Zeit und drosseln das Tempo etwas. Doch ehe man es sich versieht prügelt mit Grasshopper die nächste Vollgasnummer aus den Boxen. Nach gerade einmal zwei Minuten reibt man sich endgültig hellwach verwundert die Augen und sieht sich mit Cabin Fever bereits der nächsten noisigen Attacke ausgesetzt. Auch wenn der beat nach vorne treibt, kommt die Strophe in einer Lässigkeit, die man zuletzt vergleichbar bei den Lemonheads oder Pavement erlebt hat. Den Höhepunkt setzt dann eine bilderbuchmäßige Gitarrenwand.

No Jaws halten das mit den ersten Tracks vorgelegte Niveau spielerisch. Trotz aller Lärmeskapaden klingt das Album unbeschwert und leicht. Der Gesang sticht nicht hervor, sondern fügt sich gleichberechtigt in die Musik ein. Mit So it begins und Phalanx beschließen die Zwickauer in einem wahren Noise- und Feedbackvollbad ihr Zweitlingswerk. Phalanx beginnt zäh und dröhnend, die verzerrten Gitarren ergießen sich lavaartig. Die Noiseattacken nehmen zu und doch blitzen kurzzeitig wundervolle Melodien auf. Nur um dann in wüstem Feedback zu enden und einer brillianten Platte den verdienten Schlusspunkt aufzusetzen. Der Hörer bleibt begeistert zurück und drückt auf play. Denn Young Blood ist eine Orgie an Noise, Garage, lärmigen Schrammelpassagen, hinreißend schönen Melodien und Tempowechseln in Hochgeschwindigkeit.

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Text: Thorsten Lühl