Palindrome ist ein Prog-/Mathrock-Septett aus Wien und ihre neue EP Bundle These Last Scattered Synapses folgt ihrem ersten Album von 2009. Wenn man die Stücke zum ersten Mal hört, wird einem auch klar, warum sie so viel Zeit für die fünf Stücke gebraucht haben: das durch zwei Bläser verstärkte Rockquintett haut dem Hörer in hoher Geschwindigkeit die krummsten Takte um die Ohren – und das in einem Soundgewand, das wohl nach der Musik klingt, die Stevie Wonder und Primus zusammen kreieren würden. Daher auch die „zerstreuten Synapsen“, die am Ende übrig bleiben… nun denn.

Allen voran singt Rosa Nentwich-Bouchal und gibt den Songs so wenigstens einen einigermaßen greifbaren roten Faden, aber was dahinter passiert, erfordert schon genaues Zuhören, denn der klangliche Mix ist durch die vielen Instrumente sehr dicht gefüllt. Scheinbar spielen alle gleichzeitig munter drauf los und lassen sich nur wenig Platz. Selbstgefälliges Gegniedel der Marke Dream Theater bleibt dem Hörer hier dennoch (zum Glück!) erspart. Palindrome agiert stets wie es sich gehört, nämlich als Band.

Wenn man die Songs nach mehrmaligem Hören auseinandergenommen hat, zeigen sich die sehr schönen Melodien der einzelnen Instrumente, die keine bloße Zurschaustellung von musikalischen Fähigkeiten sind, sondern tatsächlich Spannung aufbauen. Da macht es auch nichts, dass diese EP nach knapp 25 Minuten schon vorbei ist. So viel, wie hier passiert, schaffen andere Bands auf zwei Alben nicht. Das, was Palindrome mit Bundle These Last Scattered Synapses bieten, ist schlichtweg große Klasse.

Homepage: www.palindrome.at
Facebook: www.facebook.com/palindromemusic
Twitter: www.twitter.com/palindromephunk

Text: Wolfgang Merx