Man wunder sich manchmal, wie lange manche Sachen schon her sind. Grunge zum Beispiel. Zwar sind einige Acts von damals nach wie vor aktiv, diese aber haben ihren Sound überwiegend weiterentwickelt und sind irgendwie zur Marke geworden, neuere Acts mit Durchschlagkraft hingegen blieben weitestgehend aus. Und so kommt es, dass man die ersten Töne auf Melancholic Freedom von Pandora hört und sich erst einmal wundert, woher man diesen Sound kennt. Bis es einem dann einfällt: Hier hat sich eine junge Band aber eindeutig am frühen Grunge-Sound orientiert. Ein Anliegen, das den jungen Newcomern aus dem deutsch-belgischen Grenzgebiet dabei auch gut steht.

Beliest man sich ein wenig über diesen Act, so kommt man an einem Namen kaum vorbei: Nirvana. Das mag jetzt anmaßend klingen, soll es aber gar nicht sein – hört man den rauen Gitarrensound und den Gesangsstil, so kommt man an diesem Referenznamen nicht vorbei. Gemeint sind hierbei weniger die Come As You Are-Nirvana als vielmehr die Nirvana in ihren wirklich aggressiven Ausbrücken, wie man sie beispielsweise auf deren In Utero finden kann. Das rockt gut und gerne und hat immer wieder so einen dezenten zusätzlichen Punk-Spirit mit in der Musik.

Glücklicherweise sind Pandora weit davon entfernt, ein Abklatsch zu sein oder in alten Zeiten zu schwelgen, ohne dabei einen Blick für das Heute zu haben. Eher haben sie sich von damals inspirieren lassen und kennen den frühen Grunge wohl auch eher schon aus dem antiquarischen Bereich, sind sie mit ihren durchschnittlichen Anfang 20 doch längst eine andere Generation. Diese jugendliche Komponente hört man der Musik an – das ist keine aufgewärmte Wut, sondern sehr frisch, was da in die Klänge reinspielt. Und doch schaffen es Pandora dabei, melodiös zu klingen.

Natürlich sind Pandora weit von einer Everybody’s Darling-Band entfernt. Um das hier Gebotene zu mögen, braucht man eine Ader für harte und schnelle Musik. Da diese aber auch nicht gerade wenige mitbringen, dürfte sich für Pandora eine große Zielgruppe ergeben. Bleibt nur, der Band zu wünschen, dass diese auch auf sie aufmerksam wird. Es wäre verdient!

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MySpace: www.myspace.com/pandorasguitar

Text: Marius Meyer