Den einfachen Weg sollen andere nehmen, die Sache von Passive Attack ist dieser nicht. So ist das mit den ProgRock-Bands, zu denen sich auch Passive Attack zählen. Und auf ihrer neuen Scheibe Forms of Becoming machen sie dabei auch einen guten Job. Verschachtelte Rockmusik, die dennoch nicht ihr Ziel aus den Augen verliert, vielseitige Arrangements und ein ausgefeiltes Songwriting treffen auf die Stimme von Sängerin Michaela Hochrathner, die sich gut in das Gesamtbild einfügt und dabei sowohl die härteren Passagen als auch die ruhigeren Momente gut zu managen weiß.

Mit den ersten Tönen von Red Queen fragt man sich zunächst einmal, worauf man sich da eigentlich eingelassen hat. Mit finsteren, disharmonischen Klängen und einem Gesang, der eher krächzt, ist das Intro mit seinen knapp anderthalb Minuten verwirrend. Egolution bringt einem dann schon mehr Klarheit. Mit einem harten und straighten Rhythmus geht es hier nach vorne, immer wieder Riffs und Einsprengsel, auf einmal begegnen verhaltene Momente und Michaela Hochrathner singt harmonisch, als sei der Krach drumrum nie gewesen. Aber auch dieser Eindruck trügt schnell, denn die Wall of Sound baut sich schnell wieder auf.

Off Sound Mind geht den Weg konsequent weiter. Nach einem kurzen Fragment mit verhaltenen Klangsphären, eröffnet der eigentliche Titel wieder mit schnellen Riffs und baut eine verschachtelte Atmosphäre auf, wie man sie von Acts wie Tool kennt. Passive Attack wissen es hier, Spannung aufzubauen, sodass man eigentlich beständig auf die Explosion wartet. Soviel sei gesagt: Sie kommt. Error-Prone als Folgetitel wird mit seinen neuneinhalb Minuten gar zum Opus Magnus und dabei nie langweilig. Für Passive Attack-Verhältnisse ist Edaphon dann gar schon zugänglich, bevor Apnea als Outro das Album beendet.

Ein Album für Freunde der härteren Klänge, der verschachtelten Rock-Musik und der Prog-Sounds, das uns die Band aus Wien hier präsentiert. Gerne wieder!

Homepage: www.passive-attack.com
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Text: Marius Meyer