Nach dem Ende der Wings, die Paul McCartney als Beatles-Ersatzband ins Leben gerufen hatte und die immerhin rund zehn Jahre bestand, war die Zeit reif für ein weiteres Soloalbum des neben Jimi Hendrix wohl bekanntesten Linkshänders der Musikgeschichte. Mit Tug of War erschien 1982 ein wirklich tolles Album, das den Popfans sehr zusagte, enthält es doch viele Perlen, die man auch heute, rund 33 Jahre später noch gerne hört. Im Rahmen der Remastering-Arbeiten erscheint jetzt das letzte Album, das Paul McCartney auf einen Nummer-1-Platz in den deutschen LP-Charts bringen konnte. Die Liste der an Tug of War, was zu Deutsch mit Tauziehen übersetzt werden kann, Beteiligten liest sich wie ein Who is Who der damaligen Musikergilde.

Ringo Starr, Stevie Wonder, Carl Perkins, der unter anderem Blue Suede Shoes schrieb, der legendäre Beatles-Produzent George Martin, der für das Album auch an den Reglern saß sowie einige der Wings-Mitglieder waren im Studio zugegen und machten aus Tug of War ein Album, das perfekt in den Zeitgeist der frühen 1980er Jahre passte.

Egal ob mit Take it away, Wanderlust, Ballroom Dancing und natürlich der Welthit Ebony and Ivory, das Duett mit Stevie Wonder, sorgten für ein Album, das sich auch heute noch in das unglaublich vielfältige Gesamtwerk des Paul McCartney bestens einfügen kann.

Ergänzt wurden diese 12 ursprünglichen Songs um 11 Demos und Alternativversionen, die beweisen, dass McCartney auch nicht schlechtere Songs schrieb, als John Lennon, was von manchen Beatles-Fans bis zum heutigen Tage gerne mal behauptet wird.

Vielleicht das musikalisch beste Werk aus dem Hause McCartneys.

Seine nächste Scheibe, Pipes of Peace erschien bereits wenig später am 22. Oktober 1983 und enthielt auch einige der McCartney-Titel, die später als Klassiker berühmt wurden. Im Vergleich zu Tug of War merkt man aber, dass das Album auf einige Titel zurückgreift, die für Tug of War augenscheinlich nicht gut genug waren, wie etwa Average Person, Sweetest Little Show, Keep Under Cover und Hey Hey.

Aber Macca hat natürlich auch auf dem insgesamt fünften Soloalbum, wenn man die 10 mit den Wings nicht zählt, einige toll arrangierte Melodien. Neben dem Titelsong Pipes of Peace, enthält das Album auch die zweite Zusammenarbeit mit Michael Jackson, nach The Girl is Mine, das auf Thriller veröffentlicht wurde, erschien mit Say, Say, Say die Nummer 1 in den US-Charts und machten aus Pipes of peace ein Hit-Album. Ob das an der Präsenz des Jackos lag oder an der eingängigen Melodie sei dahingestellt.

Nicht ganz so gut wie Tug of War, aber McCartney war auch Anfang der 80er ein Garant für Hits.

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Text: Dennis Kresse