Um das musikalische Genie des Paul Simons mal zu begreifen, muss man sich nur mal verdeutlichen, wieviele Klassiker dieser kleine und doch so große Mann aus New Jersey in seinem Leben geschrieben hat. Er war mit Art Garfunkel im wohl berühmtesten Duo aller Zeiten. Als Simon and Garfunkel entstanden Songs, die man heute noch an jedem Lagerfeuer in der ganzen Welt von mehr oder minder talentierten Gitarristen auf der Akustikklampfe vorgetragen bekommt. Nummern, die auch beinahe 50 Jahre auf dem sprichwörtlichen Buckel haben, funktionieren noch immer und man kann wohl jede Minute auf dieser Welt irgendwo einen Song von Simon & Garfunkel hören.

Aber als es mit dem Duettpartner Art Garfunkel kriselte und man sich 1970 trennte, war das der Startschuss zu einer bemerkenswerten Karriere, die bis zum heutigen Tage andauert. Er war der anerkannte Folksänger, mit einem überragenden Gefühl für Melodien, was man deutlich an den Verkaufszahlen seiner Alben und vor allem seiner Singles sehen kann. Mit drei Millionensellern Ende der siebziger Jahre avancierte Paul Simon zum Superstar, um nach einem Konzert für die maroden Grünflächen, das ihn mit seinem Partner Art wieder zusammenbrachte und das als The Concert in Central Park weltberühmt wurde. Im Jahr 1985 meldete er sich mit einem aufsehenerregenden neuen Album zurück und führte damit eine bis dahin vergessene Musik in die Charts.

Das Album Graceland wurde zu einem erdrutschartigen Welterfolg. Zum ersten Male, schaffte es ein ausländischer Künstler, wenn man Peter Gabriel und David Byrne mal ausklammert, ein Album mit afrikanischen Künstlern wie Ladysmith Black Mambazo, Youssou N’Dour und ganz vielen anderen ein in der Tat absolut zu Recht mit mehreren Grammys ausgezeichnetes Album aufzunehmen.

Nun erscheint mit Over the bridge of time (A Paul Simon Retrospective 1964- 2011) ein hervorragender Überblick über das Schaffen des Paul Simons. Es beginnt, wie sollte es sein, mit einigen der besten Songs von Simon & Garfunkel wie The Sound of Silence, The Boxer oder Bridge of a troubled water, geht dann über in die Solowerke, die mit Mother and Child Reunion, Me and Julio down by the schoolyard, 50 ways to leave your lover, Slip slidin‘ away, Late in the evening und einigen anderen mehr als würdig vertreten sind.

Natürlich führt auch kein Weg an Graceland“ vorbei, das mit Diamonds on the soles of her shoes und You can call me Al vorkommt. Den Abschluss bilden Paul Simon-Nummern aus dem bislang letzten Album So beautiful or what aus dem Jahr 2011.

Das Warten auf neues Material kann man mit dieser Sammlung vortrefflich verkürzen.

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Konzertbericht: Paul Simon – 12.07.2011, Mainz Zitadelle
Rezension: Paul Simon – So Beautiful Or What
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Text: Dennis Kresse