Mal wieder so ein Wunderknabe: Seit Ende 2008 geistert er bereits durchs Netz. Der 26jährige Mika Hadreas – besser bekannt als Perfume Genius – hat das Web 2.0 zu seinem Vorteil genutzt und in einschlägigen Foren begonnen, seine Musik aktiv zu promoten, bis man von Label-Seiten darauf aufmerksam wurde. Dabei war nicht mal ein Label nötig, um bereits dafür zu sorgen, dass Fans ihn bei YouTube zu covern beginnen. Bei soviel Potenzial also auch kein Wunder, dass die erste Vinyl-Single Mr. Petersen schnell ausverkauft war. Wenn dann auch noch große Blätter wie der Guardian begeistert sind, muss man sich doch fragen: Was ist es eigentlich, was die Klänge des Jungen offenbar so besonders macht?

Fragile Arrangements mit einer hohen Intimität sind es, die ihn ausmachen. Die zehn Songs des Albums sind allesamt Balladen, die von Piano und/oder Keyboard leben, in denen der Genius sein Innerstes nach außen kehrt. Ein ziemlicher Minimalismus ist es, den er in seinen Stücken auslebt – zwar arbeitet er mit sphärischen Klängen, die auch flächig wirken, dennoch aber sind es immer wenige Instrumente, die er dabei hat, jedoch viel Gefühl. Liebe, Sex, Tot – Hadreas hat dabei eine große Themenbandbreite und nimmt wohl auch nicht so gerne Blätter vor den Mund.

Dass das begeistert, ist schon nachvollziehbar. Ihn jedoch damit unbedingt gleich in die Nähe von Acts wie Cat Power, Elliott Smith oder auch Sufjan Stevens zu rücken – wie das Label es in der dazugehörigen Info macht – ist schon ein ziemlicher Schnellschuss. Man braucht schon eine gewisse Ader für diese Art von Musik, sonst weicht die Begeisterung schnell der Langeweile. Dass mit nicht einmal einer halben Stunde das Album etwas dürftig ausgefallen ist, ist wiederum schade – denn Potenzial ist wirklich eine Menge da. Und wenn das ausgeschöpft wird, ist der Perfume Genius auch richtig stark! Dass es beim Debüt bleibt, ist auf jeden Fall gänzlich ausgeschlossen.

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Text: Marius Meyer