Auf diese Live-Blu-ray/-DVD haben die Peter Gabriel-Fans lange warten müssen. Jetzt liegt sie endlich vor. Gute 26 Jahre nach dem Auftritt hat das Konzert nichts von seiner Faszination verloren, was natürlich an Peter Gabriel und seiner exzellenten Band mit Bassist Tony Levin, Gitarrist David Rhodes, Drummer Manu Katche und David Sancious an den Keyboards, liegt. Was aber neu ist, ist die Tatsache, dass man gleich den Supportauftritt des „King of Dakar“ Youssou N’Dour mit auf die Scheibe bringt. Aber Peter Gabriel, der mit seiner Firma „Womad“ („World of Music, Arts and Dance“) schon früh den Afro Beat entdeckte und förderte, ist sich auch hierfür nicht zu fein und lässt Youssou N’Dour und seiner Band „Le super etoile de Dakar“ sich mit Songs wie Kocc Barma oder Mandela als exzellenten Support Act erweisen.

Nach einer halben Stunde dann aber endlich der Mann, der mit seinen tollen Shows und seinen herausragenden Videos einer der Heroen der 80er und 90er wurde und der heute noch seinen Einfluss beweist und dessen Projekte wie etwa die Zusammenarbeit mit einem Symphonieorchester noch immer für Begeisterungsstürme sorgen. Peter Gabriel sorgt auch in der griechischen Hauptstadt Athen für ungläubiges Staunen mit seiner Show, die sich nicht nur aus den Erfolgen seines damaligen Album SO zusammensetzt, sondern wo er sich auch noch Zeit nimmt, neben Sledgehammer und Don’t give up auch einige der Klassiker zu hören, die auch nach 30 Jahren nichts ihrer Energie und ihre Kraft verloren haben.

Shock the Monkey wird zum Feuerwerk, Games without Frontiers wird zur Mahnung gegen Rassismus und man bekommt einen Kloß im Hals, wenn man Peter Gabriel im Stechschritt über die Bühne marschieren sieht. Mercy Street wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt durch die Seele des Peter Gabriel und bei Don ‚t give up singt er halt gleich noch den Part von Kate Bush mit.

Unter dem Jubel der Griechen erklingen die wohlbekannten Klänge von Solsbury Hill, was frenetisch bejubelt wird und den Auftakt zum großen Finale bildet. Bei Lay your hands on me geht Peter ins Publikum und lässt sich rückwärts von der Bühne fallen und auf den Händen der Fans tragen – und wo man gerade dabei ist, wird auch Sledgehammer zu einer Nummer, die selten so gut klang, wie auf dieser tollen Blu-ray/DVD.

Nach dem Hit aus dem Album SO ist noch lange nicht Schluss. Mit Here comes the flood, In your eyes, wo es ein Wiedersehen mit Youssou N’Dour gibt, wird zu einer der Nummern, die auch heutzutage bei keinem Peter Gabriel-Konzert fehlen dürfen. Den Abschluss bildet die tragische Geschichte des südafrikanischen Bürgerrechtlers Steven Biko, der ein Opfer der Folter der Apartheids-Regierung in Südafrika wurde. Dieses Biko ist auch heute, nachdem die Apartheid längst Geschichte ist, einer der Titel, die man mit Gabriel verbindet und er bildet den krönenden Abschluss bei einem der besten Konzertfilme aller Zeiten, das durch ein Interview zwischen Peter Gabriel und Paul Gambaccini abgerundet wird.

Fertig? Nein, ganz im Gegenteil: Auf Disc 2 kann man sich durch die sehenswerten Clips des Peter Gabriel gucken, Play heißt diese Videosammlung, die vor einigen Jahren auch als separate DVD erschien. Die „Musikfilmchen“ des Ex-Genesis-Sängers gelten als Beispiel für künstlerisch wertvolle Beiträge und wer sich die hoch anspruchsvollen Videos zu Sledgehammer, Blood of Eden (mit Sinéad O’Connor) oder Don’t give up (mit Kate Bush) ansehen möchte, der ist hier genau richtig.

Was diese Sammlung aber auch zu einem Pflichtkauf für alle Musikliebhaber macht, sind neben den mehrfach ausgezeichneten Clips wie Sledgehammer auch die nicht ganz so bekannten Videos wie Modern Love oder The drop enthalten. Eine Veröffentlichung, die einfach sein muss.

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Text: Dennis Kresse