Pianos Become the Teeth legen nach Old Pride und The Lack Long After ihr drittes Studioalbum binnen drei Jahren vor. Die aus Baltimore stammende Post-Hardcore Band wird häufig in einem Atemzug mit Bands wie La Dispute und Touché Amoré genannt. Nachdem La Dispute mit Rooms of the House in diesem Jahr bereits ein bestechendes Album vorgelegt habe, legen Pianos Become the Teeth nun nach. Ein atmosphärisch dichtes Album, das Trauer und Verlust behandelt und es schafft, diese Gefühle, sei es durch die Musik, sei es durch den Gesang, in einer beeindruckenden Intensität zu transportieren.

Den größten Wandel bzw. die größte Entwicklung hat sicherlich Sänger Kyle Durfey aufzuweisen. In den ersten beiden Alben waren Pianos Become the Teeth, eben aufgrund der Performance von Durfey, eindeutig dem Screamo zuzuordnen. Geschrei findet sich auf dem aktuellen Album nicht wieder. Allenfalls einmal in Ansätzen. Durfey hat sich zum Sänger entwickelt und erinnert in den besten Momenten an Größen wie Michael Stipe. Wer nun befürchtet, dass mit dem Stilwechsel im Gesang ein Verlust von Emotionen einhergeht, wird sich eines Besseren belehren lassen. Mitreißende Emotionen finden sich auf Keep You vom ersten bis zum letzten Track. Man braucht eben nicht immer bis zum Anschlag verzerrte Gitarren und Geschrei, um Gefühle wie Schmerz, Angst, Trauer und Verlust intensiv auszudrücken. Den Beweis liefern Pianos Become the Teeth auf insgesamt zehn Songs. Von dem hohen Niveau setzen sich nach oben nochmals April und Repine ab. Bei letzterem hat man das Gefühl, dass sich der Schmerz von Durfey auf den Hörer überträgt.

Neben dem Gesang trägt das Fehlen von klassischen Songstrukturen dazu bei, die Songs intensiv und mitreißend zu gestalten. Pianos Become the Teeth bedienen sich typischer Postrock-Elemente und legen den Schwerpunkt des Songwriting auf das Schaffen von Dynamik. Sie lassen die Lieder sich selbst entwickeln.

Wer Rooms of the House mag, der wird Keep You ebenfalls in sein Herz schließen und aller Wahrscheinlichkeit nach in seine persönliche Top Ten des Jahres 2014 aufnehmen.

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Text: Thorsten Lühl