Die Premiere ist geglückt, soviel kann man definitiv sagen! Im Jahr 2013 sorgte die Band Prag mit dem Debüt für großes Aufsehen und konnte mit Musik, die eigentlich gar nicht so die gängigen Formate bedient, einen respektablen Platz 24 in den Media Control Charts erreichen. Inwieweit das der außermusikalischen Popularität Nora Tschirners zuzurechnen ist, kann man nur spekulieren, in den Mittelpunkt stellt sie sich bei Prag zumindest nach wie vor nicht. Das ist auch auf Kein Abschied so geblieben, für das sich die Band entschieden hat, trotz Major-Angeboten auf ihrem eigenen Label zu veröffentlichen.

Ein ziemliches Understatement eigentlich, wenn man bedenkt, dass man auch für dieses Album mit Orchester gearbeitet hat, diesmal in Krakau. Das Sinfonietta Cracovia Orchestra leistet hier ganze Arbeit und steht den Arrangements der Band gut zu Gesicht, wie man bereits in der Vorab-Single All die Narben in den Streicher-Arrangements merkt, die die dem Stück innewohnende Melancholie gut unterstreichen. Melancholie ist dabei immer ein großes Wort, aber Prag wissen, wie man dieses mit Inhalt füllt. Ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Band dabei gerne mal auftaucht, ist der des „Kammerpop“ – und der passt auch sehr gut.

Mit gefühlvollen Kompositionen schaffen es Prag auch auf diesem Album, zu überzeugen und dabei zwar auf der einen Seite voll im Jetzt zu sein, aber dennoch eine angenehme Spur von 60er-Jahre-Bohemé dabei einzustreuen. Ganz eindeutig: Prag haben dem Erwartungsdruck des zweiten Albums standgehalten und erneut sehr gut abgeliefert! Somit dürften dem Albumtitel auch Taten folgen, sodass dieser Zweitling sicherlich Kein Abschied ist.

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Text: Marius Meyer