Eine leichte Sommerplatte kommt aus New York, einem Ort, der nicht gerade für Bluegrass mit Pop- und Jazz-Anleihen bekannt ist. Aber dass Vorurteile gerne mal komplett über den Haufen geworfen werden, beweisen die Punch Brothers auf dem Nachfolger ihres für einen Grammy nominierten Albums Antifogmatic sehr anschaulich. Who’s Feeling Young Now? kann ohne Schwierigkeiten an den Vorgänger anknüpfen und bietet einige schöne und auch überraschende Momente. Banjo, Gitarre und die Fiedel sorgen für einen Klang, der schnell glücklich macht und wenn man dann noch die charismatische Stimme von Frontmann Chris Thile hört, der sich durch exquisite Songs arbeitet, dann hat man das Gefühl, dass es man es hier mit einem Quintett zu tun hat, dem die Welt offenstehen könnte.

Berührungsängste haben die Punch Brothers nie gehabt und so nutzen sie auch Who’s Feeling Young Now dazu, viele Genres auszuprobieren, sei es rein instrumental wie auf Flippen, einer Coverversion der Schweden von Väsen oder wenn man auf Patchwork Girlfriend sich zwischen den Dresden Dolls und einem Saloon beheimatet fühlt. Eine enorme Abwechslung ist das, was einem die Band aus New York hier bietet.

Wenn mit der bemerkenswerten Coverversion von Kid A von Radiohead hier Thom Yorke und seinen Mannen gezeigt wird, dass ein Radiohead-Song auch mit Fiedel und Banjo funktioniert, dann ertappt man sich, wie sich ein schelmisches Grinsen über das Gesicht legt. Und wer schon von Paul Simon als Vorband der US- Tour erwählt wurde, dem kann doch eigentlich gar nichts mehr passieren.

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Text: Dennis Kresse