Warum eine Band aus den Niederlanden ihr Album nun Liverpool Rain nennt, kann mit der Verbundenheit mit den Beatles oder an anderen Bands von der Stadt an der der Mersey liegen oder auch keinen besonderen Hintergrund haben. Aber egal, Liverpool Rain ist ein schönes Album der Band aus Holland, mit melancholischem Pop ohne Schnörkel, mit gut gemachten Refrains und netten Melodien. In den Niederlanden sind Racoon schon längst Stars und die Titel auf Liverpool Rain verdienen es, auch im Nachbarland Deutschland mit einem großen Airplay belohnt zu werden. Hier und da ertönen Bläsersätze oder eine Mundharmonika bahnt sich den Weg durch die dezent im Stile von R.E.M. oder erinnert an Crowded House und deren Mastermind Neil Finn, der auch stimmlich an Racoons Frontmann Bart van der Weide denken lässt.

Die Songs der 1997 gegründeten Band sind kleine Pophymnen auf sehr hohem Niveau und Titel wie der Opener 2014, No Mercy und das mit hervorragenden Ohrwurmqualitäten ausgestattete Titelstück Liverpool Rain beweisen, dass das Management von Bryan Adams einen guten Riecher bewies, als es Racoon als Support für die jüngsten Deutschland-Termine des kanadischen Rockers buchte.

Bedauerlicherweise kann das Niveau der ersten fünf Titel dann doch nicht ganz gehalten werden, sodass sich danach ein wenig Langeweile einstellt. Aber fünf von zwölf Titeln sind doch eine ganz gute Bilanz – da gibt’s Alben von bekannteren Bands mit weit weniger guten Songs.

Homepage: www.racoon.nl
Facebook: www.facebook.com/racoonband
Twitter: www.twitter.com/racoonband

Text: Dennis Kresse