Er gilt als einer der besten Gitarristen, den die Musikwelt so hervorgebracht hat. Der als Richard Hugh Blackmore in Weston-super Mare/North Somerset in England geborene Mann hat mit seinem virtuosen Spiel einige der legendären Songs von Deep Purple und Rainbow veredelt und macht seit 1997 mit seiner vierten Frau Candice Night als Blackmore‘s Night Renaissance-Rock, den vor allem die deutsche Mittelalter-Szene sehr begrüßt. Mit The Ritchie Blackmore Story erscheint nun eine großartig gemachte Doku über den Mann, der schon immer als schwieriger und streitbarer Zeitgenosse galt und der aus seinen Erinnerungen ungeheuer spannend und informativ erzählen kann.

Von den Anfängen als Sessionmusiker für Jerry Lee Lewis, Gene Vincent und den britischen Schockrocker Screaming Lord Sutch über die schicksalhafte Begegnung mit Bassist Roger Glover mit dem er 1968 Deep Purple gründen sollte über die Streitigkeiten mit Deep Purple-Sänger Ian Paice, die Beinah-Katastrophe auf dem California Jam 1974, als der exzentrische Blackmore erst eine Fernsehkamera mit seiner Gitarre demolierte und anschließend eine Verpuffung – ausgelöst durch Ritchies Idee, seine Verstärkertürme von einem Roadie anzünden zu lassen – völlig aus dem Ruder lief und so beinahe zu einer Gefahr für Leib und Leben führte und unzählige andere Anekdoten kann man hier sehen.

Garniert mit einer ganzen Armada an Zeitgenossen wie Brian May, Glenn Hughes, Lars Ulrich, Steve Lukather, Joe Satriani, dem verstorbenen Jon Lord, David Coverdale, Gene Simmons, Joe Lynn Turner, Steve Vai, Graham Bonnet und Ian Anderson, die alle ihre Sicht auf den Herren, der entgegen aller Vorstellungskraft ein echter Scherzbold ist, der mit Streichen seine Mitmusiker gewaltig oft genarrt hat, schildern, hat man hier eine großartige Dokumentation über den Mann, der mit Smoke On The Water eines der markantesten Riffs der Rockgeschichte schuf, zusammengestellt.

Zu der Doku kam jetzt noch die Meldung, dass Ritchie Rainbow wiedervereinigt hat und im Juni 2016 auf Tour kommt. Wer in der Band dabei sein soll, das hat er noch nicht verraten – es bleibt, wie alles um den Mann, sehr spannend.

Homepage: www.ritchieblackmore.de
Facebook: www.facebook.com/ritchieblackmore

Text: Dennis Kresse