Alles neu macht der März. So oder ganz ähnlich geht ein Sprichwort, das sich auch Roger Cicero gedacht haben muss und so hat er zwar immer noch den Hut auf, im wahrsten Sinne des Wortes, aber seine Texte sind nachdenklicher und persönlicher geworden und die Big Band macht auch nur noch gelegentlich mit. Sowas nennt man wohl „sich selbst neu erfinden“ und das ist Cicero auch gelungen. Ein Album, das swingt, aber musikalisch dennoch reduzierter klingt. Der Titeltrack Was immer auch kommt eröffnet ein Album, bei dem es sich lohnt, genauer hinzuhören, um die persönlichen Texte aufzunehmen, in denen sich jeder wieder finden kann und die melancholischer und auch von einer Suche getrieben zu sein scheinen.

Er wirkt verletzlich und sensibel und die Trennung von seiner Lebensgefährtin scheinen ihn zu diesen nachdenklichen Liedern bewegt zu haben. Aber sind nicht immer Künstler, die durch tiefe Täler gehen und das überwinden, die Besten? Weniger Ironie, die man von Cicero kennt und jetzt zeigt uns der Sohn des verstorbenen Jazzpianisten Eugen Cicero, dass er nicht so cool ist, wie ihn die Medien gemacht haben.

Mit eingängigen Nummern, wie der Adaption des wahren Königs von Deutschlands Rio Reiser, Straße verneigt sich Roger Cicero erneut vor einem der besten Texter, die wir je hatten. Aber eines wird nach dem Hören, diese neuen und etwas anderen Albums des Mr. Swing und Jazz Poppers klar, die Hoffnung auf Besserung lebt und dass Roger Cicero einer ist, der alles schafft, das weiß man ja längst, denn Optimismus und die Lebensfreude schimmert auch in den traurigeren Liedern durch.

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Text: Dennis Kresse