Es ist wohl die beeindruckendste Aufführung der letzten Jahre gewesen. Das Album The Wall, das sich wie ein roter Faden durch die Geschichte Pink Floyds und vor allem Roger Waters‘ zieht, sei es mit den Pink Floyd Shows, die im Jahr 1980 für Aufsehen sorgten, dem, passender geht’s ja nicht, Konzert am Potsdamer Platz in Berlin 10 Jahre später, wo The Wall auf historischem Boden stattfand oder eben durch die Konzerte, die von 2010 bis 2013 rund um die Welt den Kampf des Protagonisten Pink gegen die inneren Dämonen zeigten. Jetzt erscheint ein grandios gemachter Konzertfilm, der neben der Show auch einige intime Momente mit Roger Waters enthält, wie er auf einem Soldatenfriedhof seines im 2. Weltkrieg gefallenen Vater gedenkt.

Immer wieder gibt’s diese Szenen, aber das Hauptaugenmerk liegt auf der Show. Roger Waters singt und seine herausragende Begleitband, die unter anderem aus Gitarrist Snowy White besteht, leistet tolle Arbeit. Der Blickfang ist natürlich diese Unheil einflößende Mauer, die wie ein Mahnmal auf der Bühne steht und die im Laufe des ersten Teils immer größer wird, bis sie dann bei Goodbye Cruel World endgültig verschlossen wird und den Zuschauer mit einem mulmigen Gefühl zurücklässt.

Alle Elemente wie der berühmte Lehrer, der als gigantische Marionette über der Bühne hängt oder ein Plastikschwein, das ferngesteuert über den Köpfen der Zuschauer fliegt – alles wurde nochmal eine Nummer größer gemacht. Another Brick In The Wall, Young Lust, Comfortably Numb, Run Like Hell und wie die Songs noch alle heißen, werden zelebriert und man erkennt wieder, warum The Wall mehr ist als reine Musik, die live dargeboten wird.

Homepage: www.roger-waters.com
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Text: Dennis Kresse (soundchecker.koeln)