Immer noch denken die alten Herren der „Best rock band of all time“ nicht daran, in Rente zu gehen und sind immer noch ein Garant für natürlich volle Stadien, obwohl man ihnen ihr Alter ansieht und auch wenn der Sänger Mick Jagger schon Anfang 70 ist und Drummer Charlie Watts schon 74, irgendwie erinnern einen die Rolling Stones an alte Zirkuspferde, die ihre Tricks dann beginnen, sobald die Kapelle die alte Melodie spielt. Aber wer auf eine 50-jährige Geschichte wie die Stones zurückblicken kann, der ist eh von jeglicher Kritik befreit. Was aber immer noch eine prima Idee war, das ist, die Stones-eigenen Archive zu öffnen und die darin enthaltenen Livemitschnitte erst von niemand geringerem als Bob Clearmountain, der auch schon Bruce Springsteen, Toto, Peter Gabriel und viele andere produziert hat, bearbeiten zu lassen und dann zu veröffentlichen.

Mit den neuesten zwei Veröffentlichungen Live in Leeds 1982 und Live at the Tokyo Dome 1992 kann man die Stones 1982 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere sehen, mit einem neuen Album Tattoo you im Gepäck, das Ende August 1982 erschien und mit Start me up einen weiteren Hit in der Geschichte der Band enthält, galten die Konzerte als „Must see“. In der gefürchteten 80er-Ästhetik hüpft Mick Jagger über die genauso bunte Bühne und es ist ein Vergnügen, den mittlerweile als „seriös“ und absolut stilvoll geltenden Sänger in einer Spandex-Hose mit Suspensorium und herrlich bunten Jacken über die Bühne stolzieren zu sehen. Die Songauswahl bietet neben den großen Hits wie Under my thumb, Let´s spend the night together und natürlich die bekannteste Stones Nummer I can´t get no Satisfaction, auch einige Tracks von Tattoo you neben der Single Start me up auch noch Black Limousine, Neighbours, Hang fire und das von Keith Richards performte Little T&A.

Live in Leeds 1982 war nicht nur das Abschlusskonzert für sieben lange Jahre, sondern auch der letzte Auftritt mit Pianisten Ian Stewart, der 1985 starb. Das Konzert vom 25. Juli 1982 im Roundhay Park in der englischen Stadt Leeds gehört ganz bestimmt zu den Höhepunkten in der schier unerschöpflichen Karriere der Rolling Stones.

Jahre später mit Steel Wheels im Gepäck konnte man sich an zehn Abenden in der japanischen Hauptstadt Tokyo im Dome ansehen und auch hier bewiesen die Stones, dass man auch im Land der aufgehenden Sonne viele Fans hat. Nicht mehr ganz mit so viel Körpereinsatz, aber immer noch stimmlich auf der Höhe ist Jagger. Ron Wood, Keith Richards und Charlie Watts spielen wie eine gut geölte Maschine und die Songs aus dem Stones-Universum funktionieren natürlich auch in Japan.

Mit 2000 light years from home, Paint it black sind auch Songs aus den 60ern bei diesem Querschnitt durch die gesamte Discographie der Band dabei. Zum letzten Male durften sich die Fans über das Können des Bassisten Bill Wymans freuen, der die Band 1993 verließ. Dieses und die Unterstützung von Lisa Fischer (Backgroundgesang), Bernard Fowler (Backgroundgesang und Percussions), Chuck Leavell (Backgroundgesang und Keyboards), Matt Clifford (Backgroundgesang, Keyboards, Percussions und Horn) und dem legendären Bobby Keys (Saxofon) sorgen für einen Augen- und Ohrenschmaus.

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Text: Dennis Kresse