Ahoi, Käpt´n Rummelsnuff, es geht wieder auf große Fahrt. Der Mann ist eine Legende, nicht nur als Türsteher in Berlin oder als Bodybuilder – auch mit seinem Elektro-Rock-Shanty-Klängen begeistert der Seebär einen von Album zu Album. Nun also sein jüngstes Werk, das den martialischen Namen Kraftgewinn trägt, aber er will ja nur spielen und so kriegt man wieder allerlei derbe Strommusik um die Ohren gehauen. Aber das macht er wiedermal mit einer großen Portion Augenzwinkern. Eröffnet wird das neue Album von Rummelsnuff von einer Nummer, die wie eine große Faust aufs Auge passt: Der Gerüstbauer ist ein Synthiesong, der einfach Spaß macht.

Danach dann die Bratwurstzange, eine Tuba beherrscht den Track und dann ist dieser Bass und diese Aussage, dass man in Thüringen die Wurst mit der bloßen Hand wendet, wusste der Zuhörer außerhalb Erfurts sicher auch noch nicht. Armdrücker ist ein tanzbarer Clubhit und Yokozuna könnte auch von Rammstein stammen.

Einen typischen Rummelsnuff.Titel-gibt’s dann mit Der Käpt’n nimmt dich mit, wo er in einem direkt ins Ohr gehenden Refrain die Schönheiten der Meere besingt. Und so geht das weiter auf den Wogen des Rummelsnuffschen Schiffs. Es gibt noch einen Gaststar in Gestalt des Die Ärzte-Urgesteins Bela B., der die Nummer Schiffbruch (Bela KingKhan) mit seiner Stimme veredelt und damit der passende Duett-Partner zur Nummer, die vom Stranden auf einer Kanibaleninsel erzählt, ist, und was darüber hinaus auch ein passabler Ärzte-Song geworden wäre.

Also Schiff Ahoi Kapt’n Snuff. Immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel.

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Text: Dennis Kresse