Vor so zehn bis fünfzehn Jahren war es ja, drückt man es gemein aus, schon so, dass einem die aus dem Boden sprießenden Folk Rock-Bands wie eine Epidemie wirkten. Dudelsack hier, Spielleute da und schon kommen die Taler. Bei Schandmaul allerdings liegt das anders, ihnen hörte man seit je her an, dass sie nicht auf einer Welle mitschwimmen, sondern eben einfach im selben Genre unterwegs sind. Genau deswegen gehörten Sie schließlich heute auch zu den Überlebenden des Genres und veröffentlichen nun ihr achtes Studioalbum. Geht es nach ihren Hörern, könnte es vermutlich Unendlich so weitergehen.

Vom mittelprächtigen Wortspiel abgesehen: Ja, die Schandmaul-Gemeinde kriegt hier das, was sie erwartet – und das kriegt sie sehr ansprechend serviert. So ansprechend, dass auch der unbedarfte Hörer hier seinen Gefallen finden dürfte. Kein übertriebenes Dudelsack-Feuerwerk, die mittelalterlichen Mittel sind hier genau in der richtigen Dosierung angewandt, nicht zu vergessen ist auch immer wieder ein Augenzwinkern, das sich durch das Schaffen der Band zieht. So treffen hier launisch-bis-lustige Stücke wie Kaspar auf ruhiger Momente wie in Baum des Leben und auch das Spannungsfeld dazwischen wird gut abgedeckt.

Wer bei Mittelalter-Bands schnell skeptisch wird, wird sich nicht dabei verletzen, Unendlich doch einmal eine Chance zu geben, wer Schandmaul sowieso mag, wird auch diese Scheibe mögen. Eine Scheibe, die zeigt, dass sich die Reise bei Schandmaul noch längst nicht dem Ende neigt.

Weitere Artikel
News: Schandmaul – neue Single + neues Album Anfang 2014
Rezension: Schandmaul – So weit so gut
News: der Trailer zur Best Of
News: Schandmaul – Adventskalender, neues Album und Tour
Rezension: Anna Katharina – Saitensprung
Rezension: Schandmaul – Sinnfonie
Interview mit Schandmaul (April 2008)
Rezension: Schandmaul – Anderswelt
Konzertbericht: Schandmaul – 24.08.2007, Leipzig Parkbühne

Homepage: www.schandmaul.de
Facebook: www.facebook.com/Schandmaul
Twitter: www.twitter.com/Schandmaul

Text: Marius Meyer