Das hat schon was Groteskes, dass die Musiker der Doom Band Neurosis, Scott Kelly und Steve von Till, zu denen sich auch noch Scott „Wino“ Weinreich gesellte, ausgerechnet ein Tribute-Album zugunsten des verstorbenen Singer/Songwriters Townes Van Zandt aufnehmen. Aber wenn man sich mehr mit den beiden Extremen befasst, dann stellt man fest, dass die Unterschiede rein textlich gar nicht so groß sind. Es geht um Einsamkeit und um eine Welt ohne Hoffnung, dass es besser wird. Es ist ein erschütterndes Album mit entwaffneten traurigen Songs, mit einer genauso gebrochenen Stimme von Scott Kelly, Steve von Till oder Wino, wie der zu Unrecht in Deutschland den meisten unbekannte Townes van Zandt.

Dieser Townes van Zandt ist eine der tragischen Figuren der amerikanischen Singer/Songwriter-Kultur. Nicht aufgrund seiner Fähigkeiten als Texter, die waren unbestritten überdurchschnittlich und wurden von der Creme de la Creme der amerikanischen Folkhelden wie zum Beispiel Bob Dylan oder Willie Nelson gecovert. Aber seine Traurigkeit und die daraus resultierende Alkoholsucht hat Townes van Zandt nie in den Griff bekommen, die ihn bis zu seinem viel zu frühen Tod im Jahre 1997 immer wieder vom ganz großen Durchbruch abhielt.

Jetzt haben sich also drei Metaller zusammengetan, um Townes van Zandt zu ehren und das tun sie genau so, wie es van Zandts musikalische Richtung war: sehr ruhig und leise. Diese Stücke gehen so tief rein, dass sie einem körperliche Schmerzen zuführen, sind aber auf der anderen Seite so schön und gehen zu Herzen, dass es eine wahre Pracht ist. Songs wie If I needed you, gesungen von Steve von Til, schneiden einem fast die Luft ab in ihren klaren Worten, die so schmerzhaft wirken.

Eine grandioses Werk mit herausragenden Interpretationen der Songs des von Townes van Zandt, wie Lungs, Nothin‘ oder A song for. Zum Weinen schön…

Text: Dennis Kresse