Wie hat Frank Zappa mal mehr oder weniger richtig gesagt? „Über Musik schreiben, ist wie über Architektur zu tanzen“. Und bei einigen Alben, wie dem neuen, des zwar in Australien geborenen, aber in New York lebenden Scott Matthew gilt das auch. Aber Ausnahmen bestätigen auch diese Regel. Also ein Versuch: Filligrane und reduzierte Songs, in denen eine unfassbare Traurigkeit wohnt und die sensiblen Zuhörern auch schon mal zu einer Träne im Auge bringen können. Aber im Gegensatz zum letzten Album Unlearned bemüht sich der nicht gerade für „Juxsalven und Lachraketen“ bekannte Sänger und Gitarrist auch mal, die übergroßen, schwarzen Wolken vom Himmel wegzufegen, wie etwa in Skyline, das sich langsam aufbaut, aber dann in einem Finale Furioso endet.

Der Opener Efegy ist eine bedrückenden Nummer über Heimat und die Suche danach.
Schmerz und das permanente Hinterfragen aller Situationen, die einem Menschen, man muss es nach dem Hören des neuen Albums tatsächlich so nennen, quälen. Aber diese Qual ergibt ungeheure akustische Kleinode und Überraschungen wie etwa das bittersüße Bittersweet, das ausgerechnet, mit einem gepfiffenen Refrain mehr als verwundert, aber danach ist wieder alles beim Alten mit Here we go again.

Man fühlt sich vom schweren Sound des Albums bedrückt, das mit Cello und Geigenklängen und einer scheinbar willkürlich gezupften Akustikgitarre geradezu an die eigene Fehlbarkeit ermahnt und diese wehklagende Stimme tut ihr übriges, aber dennoch möchte man nach 34 Minuten dieses zeitlose Album unbedingt immer und immer wieder hören.

This here defeat tut ganz „schön“ weh, aber wie im Hollywood-Film wird am Ende alles gut, also vielleicht, ein wenig.

SCOTT MATTHEW on Tour

05.04.15 Leipzig, UT Connewitz
04.04.15 Nürnberg, Künstlerhaus
06.04.15 Potsdam, Waschhaus
07.04.15 Dresden, Schauburg
08.04.15 Stuttgart, Schocken (Venue geändert!)
09.04.15 Frankfurt, Mousonturm
10.04.15 Hamburg, Mojo
11.04.15 Husum, Harbour Festival
12.04.15 Münster, Gleis 22
21.04.15 Köln, Kulturkirche
23.04.15 München, Muffathalle
24.04.15 Heidelberg, Karlstorbahnhof
25.04.15 CH-Zürich, Bogen F
28.04.15 A-Graz, PPC
29.04.15 A-Salzburg, ARGEkultur
30.04.15 A-Linz, Posthof
01.05.15 A-Krems, Donaufestival
02.05.15 A-Innsbruck, Weekender

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Text: Dennis Kresse