Als wäre es Ende der 90er. Ende der 90er begannen Creed, mit ihrem Album My Own Prison erste Erfolge zu feiern, die sich immer weiter vergrößerten. Seinem Sound ist Sänger Scott Stapp treu geblieben. Genau deswegen ist es eben auch gar nicht negativ zu verstehen, wenn man von den späten 90ern spricht, denn Scott Stapp ist gemeinsam mit seinem Sound gereift, hat mit ihm vieles durchgemacht. Sucht, Verzweiflung, Entzug – nur einige der unschönen Abschnitte im Leben des Scott Stapp. So wundert es auch wenig, wenn der Sänger für sich beansprucht, vieles auf diesem Album zu verarbeiten. Das zeigen häufig schon die Titel.

Eröffnet wird mit Slow Suicide, das wuchtige Gitarren bietet und sowohl klare als auch leicht verzweifelte Bestandteile bietet. Somit sieht man auch in der Anordnung der Stücke die biographische Note, denn vom wuchtigen Opener auf dem Weg zum Schluss mit Dying To Live werden die Songs nach und nach klarer, hoffnungsvoller, verlieren dabei aber nicht ihren mitreißenden Charakter. Ein gutes Beispiel dafür liefert What Would Love Do, das nicht einmal den Verzerrer benötigt und mit optimistischen Klängen brilliert. Auch die getragenere Seite steht Scott Stapp gut, was beispielsweise Only One zeigt.

Wer Creed mochte und mag, wird auch diese Scheibe lieben. Und wer generell gerne Alternative Rock der amerikanischen Prägiung hört, wird ebenfalls keine Probleme damit haben, sich mit Proof Of Life anzufreunden. Ein schönes Album!

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Text: Marius Meyer