So jetzt mal alle Interpret und Album jetzt schnell hintereinander sagen. Nein, aber die Lebensfreude, die in dem grauen Blues-Urgestein wohnt, der zu den Spätberufenen dieses Genres zählt, lässt sich in solchen Albernheiten ganz wunderbar ablesen. Hier ist einer zugange, der liebt den Blues. Und wer je bei einem Seasick Steve-Konzert dabei war, der weiß, wie es da zugeht. Wenn der Kauz, der einen Großteil seines Lebens als „Hobo“, also als Wanderarbeiter verbracht hat, auf der Bühne ins Erzählen kommt und dabei seine zum Teil selbstgebauten Instrumente spielt, dann spürt man dessen unverfälschte Authentizität und auf seinen bisherigen Alben sah das nicht anders aus.

Sonic Soul Surfer ist das siebte Studioalbum und es bietet Blues at it’s Best. Die Musiker sind hervorragend und neben Langzeit-Mitstreiter und Schlagzeuger Dan Magnusson sind Luther Dickinson (Mississippi All Stars), der bei zwei Songs Slide-Gitarre spielt, Georgina Leach an der Geige und Ben Miller an der Maultrommel zu hören.

Hillbilly trifft auf Folkrock mit starkem Old School Delta Blues-Anleihen, aber das sind nur die gängigen Schubladen, in denen sich einer wie Seasick Steve nun mal nicht einordnen lässt.

Wie sang er einst? „You can’t teach an old dog new tricks“. Aber man kann einem alten Straßenköter wie Seasick Steve dabei zusehen, wie er die alten Tricks vorführt. Und das ist ein großes Vergnügen!

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Text: Dennis Kresse