Ja, diese Frage sollte man sich wirklich mal stellen. Wer Videos mit dem Ruhrpott-Helden Willi Thomczyk macht, den man von televisionären Unwichtigkeiten wie Die Camper oder Ballermann 6 kennt, wie Sebel und das Heimat-Video, dem ist alles zuzutrauen. Leider ist das auch eher negativ gemeint, wenn Sänger Sebel van der Nijhoff versucht, sich in die gemachten Betten anderer Ruhrpott-Rocker wie Stoppok oder Herbert Grönemeyer zu legen. Dafür sind die Texte unglücklicherweise zu seicht und auch die Kritik gegen das Establishment kratzt mal gerade an der Oberfläche und wird dadurch erschreckend belanglos. Musikalisch ist das durchaus nett und gut umgesetzt, aber wenn er dann von Tattoos spricht oder Wer soll das alles ficken fragt, dann ist das nicht provokativ, sondern einfach nur sehr platt.

Stimmlich kann sich das auch hören lassen und dank guter musikalischer Vorbilder kann man Wie Deutsch kann man sein? noch als „knapp ausreichend“ einordnen, da sich Sebel stets bemüht zeigt. Aber was das in Wirklichkeit heißt, wird jeder wissen. Aber mit Texten, die zwischen Profanität und billiger Provokation abwechseln, kann man keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

Homepage: www.sebel.de
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Text: Dennis Kresse