Ein im Internet kursierendes Sprichwort lautet: „10 years ago we had Steve Jobs, Bob Hope and Johnny Cash. Now we have no jobs, no hope and no cash.” Was alle drei eint: Sie haben auf ihrem Gebiet ein großes Vermächtnis hinterlassen, dem man gerne gedenkt und dankt. Eine Tatsache, der man im Falle Johnny Cash nun auch innerhalb der neuen Sony-Reihe „Setlist“ Rechnung trägt. Die 16 CDs dieser Reihe agieren unter der Maßgabe, dass Stücke vor allem dann gut sind, wenn sie auch live funktionieren. So kommt es, dass neben den jeweils größten Hits auch Live-Favoriten der Künstler zu finden sind.

Auf der vorliegenden Scheibe Setlist – The Very Best Of Johnny Cash LIVE sammeln sich insgesamt 14 Stücke, aufgenommen in den Jahren von 1968 bis 1972. Eröffnet mit den Worten „Hello, I’m Johnny Cash“ startet er mit dem Folsom Prison Blues, der 1968 genau dort aufgenommen wurde. Damit zeigt er auch gleich, dass es hier ein Best Of zu hören gibt, zumindest aus den Jahren bis 1972. So hört man unter anderem so einige Stücke aus der Outlaw-Zeit von Cash, mit Titeln wie dem Man in Black, eine Bezeichnung, die aus genau dieser Zeit stammt.

Nicht von ungefähr kommt es auch, dass Johnny Cash einige Konzerte in Gefängnissen gespielt hat. Nicht nur Folsom Prison ist dabei, ein legendärer Auftritt war auch der in San Quentin Prison, von dem so einige Titel hier zu hören sind. Unter anderem I Walk The Line, einer der Klassiker der Country-Legende, hier unter frenetischem Jubel der Häftlinge gesungen. Ein weiterer großer Hit, A Boy Named Sue, hingegen, wurde 1972 im schwedischen Österäker Prison aufgenommen. Nun ist es aber nicht so, dass dies eine reine Gefängnis-Veröffentlichung wäre. I Still Miss Someone, das munter nach vorne spaziert, wurde zum Beispiel beim legendären Konzert im Madison Square Garden vor über 20.000 Zuschauern im Dezember 1969.

Eine tolle Live-Zusammenstellung eines Country-Musikers, der so gar nicht das Klischee von Country gelebt hat, das heute gerne mal kursiert. Ansprechende Arrangements, keine Angst vor schweren Themen und charismatische Darbietung – all das war Johnny Cash. Und genau das schimmert auch auf dieser „Setlist“-Veröffentlichung immer wieder durch.

Homepage: www.johnnycash.com
Facebook: www.facebook.com/johnnycash

Text: Marius Meyer