Bekanntermaßen ist nichts beständiger als der Wandel. Das weiß offenbar auch Shantel, der gut 18 Jahre nach dem Debüt die Richtung mal wieder ein bisschen ändert und sich laut Eigenaussage damit „zwischen Popkultur, Hochkultur und Streetcredibility“. Vorbei die Zeiten, in denen vor allem Electronica und Dancefloor die dominierenden Eckpfeiler waren und hin zu einem Album, das ihn deutlicher als Musiker in den Mittelpunkt stellt. Ausgehend von der Live-Situation ist zwar die Elektronik immer noch spür- und hörbar, aber sie ist nicht mehr das dominierende Moment in den Klängen. Diese fallen auf Anarchy & Romance deutlich vielseitiger aus.

Schon beim eröffnenden Ghost Town fällt das auf, wenn mit der Gitarre eröffnet wird und ein exotisches Flair mitschwingt. Überhaupt ist die Gitarre auf dem Album quasi omnipräsent. Auch in 13th Shake beispielsweise, das mit einem hohem Tempo begegnet und mit Anklängen aus dem Balkan-Pop auch etwas bietet, wofür man Shantel eben auch kennt. Insgesamt wird die Vielseitigkeit hier großgeschrieben. Wenn No More Butterflies mit einer Flamenco-Gitarre eröffnet und sich die Bläser hier ergänzen, fühlt man sich direkt mitgerissen, bei einem Beat-Stamper wie The Kiez Is Alright aber geht es einem eben auch nicht anders.

Ein gelungenes Album von Shantel, das zwar musikalische Änderungen zeigt, aber genauso den gleichen Shantel wie immer beinhaltet. Empfehlenswert!

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Text: Marius Meyer