Sickboy… Wo fängt man da an? Vielleicht beim Namedropping. Blackmail. Genauer: Kurt Ebelhäuser, seines Zeichens Gitarrist von Blackmail. Dieser spielt zwar bei Sickboy nicht mit, stellte aber sein „Tonstudio 45“ zur Verfügung und setzte sich ans Mischpult, damit das Album von Sickboy den nötigen Feinschliff bekommt, um zu klingen, wie es jetzt eben klingt. Ja… Wie eigentlich? Krachend, knarzig, leicht spröde. Und doch gefällt es. Oder eben gerade deswegen. Auf 12 Stücken spielen Sickboy im knackigen Songformat ohne unnötige Ausuferungen raue Rockmusik, dessen Sprödheit gerade den besonderen Reiz ausmacht und die Authentizität herstellen kann.

Wenngleich es auch gar nicht nötig ist, hier mit anderen Bands zu hantieren, muss man Kurt Ebelhäuser zugute halten, dass er für die Abmischung ein goldenes Händchen bewiesen hat, denn Sickboy gehen auf along the way deutlich der Gefahr aus dem Weg, zu glatt zu klingen. Ihre Version der härteren Variante der Rockmusik hat genau den Grad an Sperrigkeit, den sie benötigt, um Wiedererkennungswert und Profil zu bekommen. Wo andere Gruppen sich glatt schleifen lassen und somit häufig leider so schnell aus dem Ohr wieder raus sind, wie sie reingekommen sind, setzen Sickboy sich auch gerne mal fest. Berühren, regen zum Nachdenken an und machen trotzdem Spaß.

Auf einer knappen Dreiviertelstunde Länge haben Sickboy somit ein gelungenes Debüt erschaffen, das sich sehen und hören lassen kann. Vergleiche brauchen Sickboy dabei nicht zu scheuen, denn sie tun sehr gut daran, einfach ihr eigenes Ding zu machen. Bleibt zu hoffen, dass ihr Album seine verdiente Aufmerksamkeit bekommen wird. Von Klang und Potenzial her hat along the way mit Sicherheit das Zeug, mehr als nur ein Nischenprodukt zu sein!

Homepage: www.sickrock.de
MySpace: www.myspace.com/sickboyhome

Text: Marius Meyer