Als vergangenes Jahr Conceptual Horizon von Ekove Efrits erschien, war es ein bemerkenswertes Album: Nicht nur, da das Projekt aus dem Iran kam, wo Metal nicht wirklich gerne gesehen wird. Auch musikalisch hatte es einiges zu bieten. Mit Mourners Portraits wird nun ein weiteres Werk veröffentlicht, mit anderem Namen, aber wie für Ekove Efrits ist auch für Silent Path Saman N. verantwortlich. Musikalisch gibt es einige Parallelen zu Ekove Efrits: Doomige Gitarren treffen auf Klaviertöne oder Ambient-Passagen oder stehen nur für sich selbst und bilden finstere Wände. Finster ist auch ein gutes Stichwort, denn Silent Path ist deutlich finsterer und hoffnungsloser, als man es von Ekove Efrits gewohnt ist, allerdings in einigen Belangen auch experimenteller.

Wie für das Genre üblich, gibt es verzerrte Gitarren im oberen Frequenzbereich, die Riffs ziehen sich zäh vor sich hin und das Schlagzeug bringt auch nie mehr Dynamik rein. Der Gesang ist mal klar, mal krächzend-verzerrt. Experimentell wird das Album aber durch teilweise sehr abstruse Sprachsamples. Im letzten Lied Unwritten Story ist zum Beispiel die Jingle Bells-Melodie verarbeitet, ohne dass es albern wirkt, in Epic Suicide die englische Radiodurchsage zu Hitlers Tod. Auch in Filth of Mankind ist eine Propaganda-Rede zu hören. Ansonsten gibt es noch Regen-Samples und vieles anderes, was für eine unheilvolle Stimmung sorgt.

In dem Genre das Rad neu zu erfinden, ist sehr schwierig. Auch Silent Path erfindet nichts Grundlegendes neu. Man zeigt aber, dass man das Gespür für Atmosphäre und Timing hat und zeigt so, wie guter depressiver Black Metal klingen sollte.

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Ekove Efrits – Conceptual Horizon

Text: Tristan Osterfeld