Ihr 2012 erschienenes Debütalbum Psycho Boy Happy machte die damals grade mal um die 18-jährigen Jungs aus Landau in der Pfalz zu internationalen Stars. Ihr unverkennbarer Stil bescherte ihnen einflussreiche Fans wie zum Beispiel Bloc Party Frontmann Kele Okereke und europaweite Touren mit unter anderem Vampire Weekend und den Editors sowie ein Auftritt auf dem Texanischen Majorfestival South by Southwest (SXSW) sorgten dafür dass noch weit mehr Menschen von ihrer Musik erfahren durften. Heute, drei Jahre später ist der Nachfolger erschienen und Nurture ist ein Zeugnis der Entwicklung die das deutsche Trio in der Zwischenzeit erlebt hat ohne abzuheben.

Anstatt sich vor der schwierigen Aufgabe „zweites Album“ zu fürchten, haben Sizarr sich gesagt, dass sie nun endlich soweit seien, allein von ihrer Musik zu leben und wollten infolgedessen in erster Linie ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden. Zusammen mit Produzent Markus Ganter, der bereits am Debutalbum mitgearbeitet hatte wurden zehn Songs gefertigt, die zusammen ein Werk ergeben, das dem Debut in nichts nachsteht. Elektronische und Rock-Klänge die alles von 80s-Synth-Pop bis Post-Punk abdecken und Lieder, die mittendrin einen anderen Weg einschlagen, ohne mit der lyrischen Botschaft zu brechen. Diese Botschaften drehen sich hier übrigens, wie der Name vermuten lässt um das Erwachsenwerden und welche Faktoren einen Menschen zu dem werden lassen der er letztendlich ist. Highlights sind zum Beispiel die Tracks Baggage Man, Scooter Accident und How Much For This, welche Sizarr von ihrer besten Seite zeigen: Hitverdächtige Gitarrenmelodien, melancholischer Gesang und das alles kombiniert mit mal mehr und mal weniger Electronica, die Sizarrs auffälligstes und wichtigstes Element ist.

Letztlich ist Nurture ein solides Nachfolgewerk zu Psycho Boy Happy. Nach dem Debut gibt es hier nur noch wenig, was die Massen ins Staunen versetzen kann, aber begeistern kann es doch allemal und wo das erste Album gefallen hat macht auch das zweite alles richtig. Neue, interessante Melodien und musikalische Kombinationen machen Nurture zu einer tollen Platte die sich stilistisch irgendwo zwischen Indie-Pop und Elektro-Rock einordnet.

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Text: Alexander Mann