Stücke wie Assimilate und Worlock sind gelebte Musikgeschichte – und wer den Namen Skinny Puppy bisher nicht gehört hat, interessiert sich entweder nicht im Ansatz für elektronische Musik oder ist sehr jung. Über 30 Jahre nach der Gründung und zwei Jahre nach hanDover nun also mal wieder ein neues Album der kanadischen Institution. Und was soll man sagen? Wer großartige Neuerungen im Sound der Band erwartet, wird enttäuscht. Aber dafür, wie es endet, wenn eine Band sich nach deutlich zweistelligen Karrierejahren dazu entschließt, gibt es ja auch genug Beispiele.

Skinny Puppy zeigen dafür, dass sie das, was schon immer ihre Stärke war, auch im 31. Jahr ihres Bestehens wieder ansprechend mit neuen Inhalten füllen können und dabei nicht nur Musik um der Musik willen machen. Sie können nach wie vor treibenden Elektro sowie die verstörenden Sounds und zeigen beides auch auf Weapons, das mit Titeln wie wornin‘ und illisiT starten sehr treibend mit harten Elektro-Klängen im besten Tanzflächentempo, Stücke wie gLowbeL hingegen zeigen dann auch, wie sie immer wieder die Verstörung (die latent beständig vorhanden ist) in das Klangbild integrieren. Mit Spielereien an den Synthies und dem berühmten störenden Zwischenton zeigen sich cEvin Key und Nivek Ogre immer noch in Höchstform.

Gelegentlich zeigen sie sich mit Titeln wie survivalisto gar erstaunlich eingängig, aber behalten dabei immer den Skinny Puppy-typischen Sound bei. So schaffen sie es, auch auf ihrem inzwischen 15. Studio-Album wieder zu überzeugen. Weiter so, gerne weitere 30 Jahre!

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Rezension: Skinny Puppy – hanDover

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Text: Marius Meyer