Es gibt immer zwei Fraktionen von Menschen, wenn neue Technologie auf die Menschen losgelassen wird: Die Utopisten und die Apokalyptiker und in den meisten Fällen hatten beide Unrecht. So war es auch, als die ersten Synthesizer auf den Markt kamen und wieder einmal und nicht zum letzten Mal der Untergang der westlichen Welt beschworen wurde, weil jetzt Musik rein elektronisch wäre und keiner mehr Instrumente lernen würde und alles, was aus diesem käme, nichts mehr mit Kunst zu tun hätte. Heute weiß man dagegen, dass diese Geräte im Gegenteil sogar völlig neue Herangehensweisen an Musik möglich machten und so auch Alben ermöglichen, wie das hierige von dem in Berlin ansässigen Sofus Forsberg.

Das Grundgerüst besteht dabei immer aus repetitiven Soundstukruren, die rein rhythmische Muster ergeben, sich aber immer wieder abwechseln und durch kalte Klänge, mechanisches Klirren oder blubbernde Sounds durchbrochen werden und so ein monotones, aber dennoch komplexes Soundgewand konstruieren, das durch den Richtungswechsel der Klänge auch immer wieder herausfordert. Auffällig ist, dass der Sound ebenfalls sehr offen konstruiert ist, so als würde man durch Stahlgerüste durchschauen, die dennoch in sich eine verschachtelte Architektur aufweisen, die man kaum entwirren kann.

FM Volta zeigt somit deutlich, wie anspruchsvoll elektronische Musik sein kann, auch wenn das Hören immer wieder zur Herausforderung wird, die auch mal anstrengend werden kann. Wer aber Musik nicht nur zur Berieselung hört, hat hier genau das richtige.

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Text: Tristan Osterfeld