Ein Titel wie eine Einleitung zu einem Märchen. Doch ohne Happy End. Und wer hätte dies erwartet? Die Welt von Sol Invictus ist niemals für Heiterkeit und Leichtigkeit bekannt gewesen – und daran ändert sich auch auf dem inzwischen 18. Studioalbum nichts. Dafür hat sich musikalisch seit dem Vorgänger einiges getan, denn man integriert Progressive Rock-Elemente deutlich stärker in die eigene Klangwelt, die irgendwo zwischen Folk/Songwriter und düsterer Rockmusik schwankt. Zudem hat man sich mit Don Anderson von Agalloch und Anton Shelupanov, einem russisch-britischen Musiker und Autor, noch Verstärkung geholt, die dem Album mehr als gut tut.

Tony Wakefords Kulturpessimismus ist in fast allen Liedern zu hören ist, wobei die Lieder zwischen Shoegaze (MDCLXVI – The Devil’s Year oder Austin), aber auch verträumten Folk wie dem Titelsong, The path less travelled oder Our Father schwanken. Sehr progressiv kommt 13 Mercies daher und sehr verschroben wirkt Mr Cruel. Mit The Devil’s Year schließt man sogar nahtlos an frühere musikalische Zeiten an und mit War geht es sogar mit E-Gitarren und Marschtrommeln in martialische Gefilde.

Trotz des Namens Sol Invictus scheint eine Sonne im Output der Band nicht existent zu sein. Stattdessen scheint es immer nur eine dichte Wolkendecke zu geben, die nie aufzureißen scheint. Abwechslung zum tristen grau scheinen nur Regengüsse und Gewitter zu sein, die die Wolken auch mal schwarz färben. Daran ändert auch Once upon a time nichts. Noch immer weiß die Band nichts über die Welt zu berichten und das auf eine musikalisch so ansprechende Weise, dass man wiederum ein gelungenes Album vorzuweisen hat.

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Text: Tristan Osterfeld