Bei Sven Friedrich noch so etwas wie einen Hauptact auszumachen, scheint ein eher weniger sinnvolles Unterfangen zu sein. Klar, mit den Dreadful Shadows war er zuerst da, Zeraphine folgten nach der Auflösung besagter erster Band, auf einmal kamen die Dreadful Shadows mit mehr werdenden Konzerten zurück, sodass in Kürze gar neues Material präsentiert werden soll, mittendrin tauchte Sven Friedrich mit seinem Solo-Projekt Solar Fake auf, das mittlerweile weit mehr ist als ein bloßes Nebenprojekt. So ist Reasons To Kill inzwischen das dritte Album von Solar Fake und zeigt, dass Sven Friedrich auch im Elektro-Bereich fest verankert ist.

Wenn es oft heißt, das dritte Album sei das Schwerste, hatte Sven Friedrich natürlich schon einige Vorschusslorbeeren, da es ja bereits sein drittes drittes Album ist – aber ob an diesen theoretischen Annahmen etwas dran ist, sei dahingestellt. Fakt ist: Der Elektro steht ihm auch auf Reasons To Kill gut, was schon deutlich wird, wenn er das Album mit dem vom Namen her eher düsteren Titel I hate you more than my life beginnt, hinter dem sich ein druckvoller und temporeicher Elektro-Song mit hoher Eingängigkeit verbirgt. Ist der Opener noch im eher im poppigeren Bereich des Elektro zu verorten, zeigt sich neben diesen eingängigen Momenten auch gerne mal eine gewisse Härte. When I bite beispielsweise mit aggressiver Stimme, das einen dennoch kompromisslos mitzieht und auch das Potenzial zum Tanzflächenfüller hat.

Auch auf dem dritten Album schaffen es Solar Fake, eine gute Mischung aus poppigeren Nummern und härteren Stücken zu bieten, die sich zu einem guten Gesamtbild zusammenfügen. Und gab es in der Vergangenheit auch mal die eine oder andere Cover-Version, so macht auch Reasons To Kill keinen Halt davor und zeigt, dass man auch andere Genres gut in die Solar Fake-Tonalität transponieren kann. Linkin Parks 2000er-Gassenhauer One step closer funktioniert auch im Solar Fake-Gewand sehr gut.

Mit zehn Eigenkompositionen und einer Cover-Version steht am Ende ein erneut sehr gutes Solar Fake-Album, das einen würdigen Nachfolger zu den beiden vorherigen Alben darstellt und dabei Neues mit Bewährtem kombiniert.

Anfang 2014 kommen Solar Fake zudem auf Tour (präsentiert unter anderem von Alternativmusik.de):

30.01.2014 Nürnberg, Rockfabrik
31.01.2014 Frankfurt/M., Nachtleben
01.02.2014 München, Backstage Club
07.02.2014 Hannover, Engel 07
08.02.2014 Hamburg, Markthalle
15.02.2014 Leipzig, Moritzbastei
14.03.2014 Bremen, Schlachthof
15.03.2014 Dresden, Strasse E
21.03.2014 Erfurt, Club Centrum
22.03.2014 Oberhausen, Kulttempel
23.03.2014 Berlin, K17
28.03.2014 Aarau, Kiff

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Konzertbericht: Planet Myer Day 6.0 – 04.01.2008, Leipzig Moritzbastei (mit Solar Fake)
Konzertbericht: Dreadful Shadows – 13.10.2007, Leipzig Werk 2

Homepage: www.solarfake.de
Facebook: www.facebook.com/SolarFake
Twitter: www.twitter.com/SolarFake

Text: Marius Meyer