Überragend ist Sophie Hungers Werk auch dieses Mal. Eigentlich wollte sie auf unbestimmte Zeit Pause machen, von einer langen Tour, Dreharbeiten für eine (fiktive) Doku über diese und den Studioaufnahmen der letzten Alben wie zum Beispiel The Danger Of Light, bei dem der Gitarrist der allseits bekannten Red Hot Chili Peppers, Josh Klinghoffer, mitwirkte. Diese Frau sucht das Weite und kommt nur wenig später mit Supermoon wieder, das auch wieder von Two Gentleman Records veröffentlicht wird. Die Texte für Hungers sechstes Studioalbum schrieb sie vorwiegend in Kalifornien.

Zwei Wochen nachdem sie sich eigentlich geschworen hatte, die Arbeit ruhen zu lassen, schrieb sie wieder Songs unter anderem in Airbnb-Wohnungen. Passend. Denn wie Hungers Leben scheint auch ihr Album vom Reisen zu handeln. Als Kind war Hunger unterwegs zu Hause. Das Motiv der langen Wege verarbeitet Hunger vielfältig. Klar, im Titelsong Supermoon, aber auch in Songs wie Mad Miles oder Heicho, das auf Schweizerdeutsch so viel bedeutet wie „Nachhause Kommen“.

Klangtechnisch ist Supermoon überwältigend. So sanft Hungers Stimme auch ist, nirgends büßt das Album an Energie ein. Beeindruckend ist auch die Sprachenvielfalt. Wo andere Künstler an Qualität verlieren, gewinnt Hunger an Ausdrucksmöglichkeiten hinzu. Hunger singt auf Englisch, Deutsch, Schweizerdeutsch und wie immer auf Französisch. Unter die Haut geht besonders das Cover von La Chanson D’Hélène, im Original von Romy Schneider und Michel Piccoli. Aber die Schweizerin kann auch anders. Mit Superman Woman beweist sie, dass sie nicht nur für melancholischen Tiefgang, sondern auch für Bewegung sorgen kann.

Ingesamt ist Supermoon aber ein Werk für die schlaflosen Zeitgesellen unter uns. Beim Zuhören möchte man eigentlich das Licht ausschalten und einen Nachtspaziergang machen. Wann ist eigentlich der nächste Vollmond?

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Text: Elina Raddy