Man war allein, man ist allein, man bleibt allein, egal wo man nun ist: in der Natur ohne Menschen, in der Stadt mit Menschen um einen herum – und doch ist man isoliert. Aus seiner Wohnung schaut man auf das Treiben durch ein geschlossenes, trennendes Fenster, nachts geht man raus, wenn die Stadt schläft. Man geht raus, fährt weg, in Zügen mit Menschen, mit denen man nicht spricht. Man fährt weg, weit weg, wo alles besser sein könnte. Doch auch dort wartet sie: die Melancholie, die Einsamkeit, das Sich-fremd-Fühlen. Man ist nirgendwo zu Hause auf Foray. Ein Begriff, dessen Bedeutung im Deutschen irgendwo zwischen Ausflug und Überfall schwankt.

Hat man die Melancholie der Stadt hinter sich, streift man orientalische Klänge und TripHop-Passagen und auch Soundtrack-artige Momente, die an Film Noir erinnern. Dabei fällt immer auf, dass eigentlich nichts wirklich schlimm oder abstoßend ist an der Welt da draußen ist, nur man selber ist dieser so fremd – und nirgendwo scheinen Seelenverwandte auf einen zu warten und am Ende setzt sich die Erkenntnis durch: Man wird Einzelgänger bleiben – einer, der seinen Trost in Kunst und Tiefgründigkeit sucht.

All das lässt einen andererseits natürlich immer verschrobener wirken, dennoch ein Prozess, der mehr als nachvollziehbar wirkt. Ein Album, das die Traurigkeit der Einzelgänger sichtbar macht und tief in ihre Gedankenwelt blicken lässt.

Text: Tristan Osterfeld