Nachdem Edmond Karban und Sol Faur verließen, gründeten sie gemeinsam die Band Dordeduh. Auf ihrem ersten bislang einzigen Album spielten sie schamanisch angehauchten Black Metal mit Folkeinflüssen. Mit ihrem neuen Projekt Sunset in the 12th house begeben sich die beiden Herren musikalisch in ganz andere Gefilde: Entspannte und ruhige Klänge ertönen auf Mozaic und anstelle der Rohheit des Nebenprojekts lässt man durch ornamentartige Strukturen eine Atmosphäre entstehen, die den Hörer auf insgesamt sechs Liedern in orientalische und mediterrane Gefilde mitnimmt.

Wie orientalische Muster muten die Melodien an, doch wer denkt, man habe es hier mit einem Ethno-/Weltmusik-Album zu tun, der irrt. Denn was die beiden mit Sunset in the 12th house präsentieren, bedient sich in diversen Genres: Ruhige Passagen könnte man als Shoegaze bezeichnen, gelegentlich erscheinen doch ein paar Black Metal-Riffs, um die Stimmung anzutreiben, dann aber genauso Progrock und psychedelische Passagen – bei all denen orientalische Musik das Grundgerüst bilden. Die Übergänge zwischen meditativen und ruhigen und dynamischen Passagen sind dabei so fließend wie zwischen den Liedern auch, sodass man das Gefühl hat, man hätte es mit einem epischen Gesamtkunstwerk zu tun.

Das macht Mozaic zu einer Angelegenheit für alle, die mit den genannten Genres oder auch nur einem was anfangen können. Alles ist ineinander verwoben und wirkt – wie der Titel schon sagt – wie ein Mosaik, das mehr ist als die Summe seiner Teile und erst als Ganzes ein Gesamtbild erzeugt.

Text: Tristan Osterfeld