Speechballoon In erster Linie wurde das Projekt Superstrings einst ins Leben gerufen, um Filmmusik zu erstellen. Aus der fruchtbaren Zusammenarbeit der beiden Musiker wurde allerdings bald mehr, so dass neben dem Erstellen von Filmmusik auch von Filmen losgelöste, eigenständige Musik entstand, die es nun auf dem Album Speechballoon hören gibt. Alternative Popmusik ohne stilistische Einschränkung gibt es zu hören, darin eingebunden sind sowohl Gitarrenklänge wie auch Elektronik, die ein Klangbett für den eingängigen bis betörenden weiblichen Gesang bilden.
Auf die Frage, wie sie ihre Musik selbst beschriebe, antwortet die Gruppe (mit den teils schon einleitend erwähnten Worten): „Sehr gefühl- und stimmungsvoll. Alternative Popmusik mit Gitarren und Elektronik, frei in der Stilistik und ohne Mainstream-Arrangements. Dadurch sind einige Songs sicherlich erst beim zweiten oder dritten Mal Hören zugänglich, dafür entdeckt man aber auch beim zehnten Mal immer noch bisher Ungehörtes.“ So, wie sie es beschreiben, kommt es auch hin. Die Musik siedelt sich im mittleren Tempobereich an und treibt dabei in einem seicht-poppigen Bereich, ohne dabei den Drang zu verspüren, sich zeitgemäßen Trends zu unterwerfen. Die Klänge spielen sich dabei in einem Spannungsfeld zwischen organischerer und elektronischerer Musik ab. Die Stücke entwickeln auf diese Weise einen „groovenden“ Charakter, der es dem Hörer leicht macht, sich in die Musik einzufinden. Über diesen Grundcharakter legen sich Klangsphären verschiedener Couleur: Melodien, gezupfte Gitarren, elektronische Klänge. Dazu der Gesangvon Caroline, der eine sehr eingehende Wirkung hat und in seinem Spannungsfeld bis hin zu betörenden, ja beinah lasziven Tönen reicht. Obwohl es sich bei Speechballoon nicht um Rockmusik handelt, wurde nicht davor zurückgeschreckt, die Gitarre auch im Solobereich zu nutzen, was teilweise sehr ausufernd genutzt wird: So besticht der Titel Down durch ein wirklich langes, dabei sehr melodiöses Gitarrensolo am Schluss. Mit Jasmin Tabatabai hat man außerdem eine hochkarätige Gastsängerin für den Titel All Can Come Close an Bord geholt. Als Unterschied zum Filmsoundtrack soll diese Musik bei den Hörern selbst die Bilder evozieren – die Emotionen kommen aus der Musik und sind nicht auf einem Bildschirm oder einer Leinwand sichtbar.
Der cineastische – oder besser: visuelle – Aspekt tritt eher beim Artwork hervor: Ein aufwendiges Hochglanz-DigiPak mit vielen Bildern gibt dem Album eine hochwertige Verpackung. Für das Artwork zeichnet sich Ina Keckeis verantwortlich. „Marc und ich (Marc ist auch Grafiker) legen besonderen Wert auf die visuelle und grafische Darstellung unserer Musik, da unsere Musik sehr visuell ist. Die Zusammenarbeit mit Ina ist eine perfekte Ergänzung und so ist sie unsere künstlerische Beraterin geworden und designete die Optik von Speechballoon“, so Caroline. Auf diese Weise wird das Album gelungen abgerundet – das Auge isst ja schließlich mit.

Ein rundes Album und eine interessante Veröffentlichung in Sachen Alternative Pop. Nicht nur etwas für Pop-Freunde, sondern auch sehr interessant für Hörer von Bands wie Portishead und Massive Attack.

Homepage: www.superstrings-music.de
Ina Keckeis: www.zigfach.com

Superstrings - Speechballoon

Text: Marius Meyer