Erzählt man heute jemandem von Mad World, wird man vermutlich einen hohen Anteil von Antworten bekommen, die sich auf Donnie Darko und die Version des Stückes von Michael Andrews und Gary Jules beziehen. Zehn Jahre ist das inzwischen her und auch heute wissen viele nicht, dass es sich damals nicht um ein Original handelte. Was dereinst als Schmachtfetzen die Charts eroberte, ist im Original auf The Hurting von Tears For Fears zu finden und erscheint in einem eingängigen Synthiepop-Gewand nebst einem Schwung anderer Stücke. Das ist nun noch weitere 20 Jahre länger her als besagte Cover-Version, zur Feier des 30-jährigen Jubiläums erscheint The Hurting jetzt in einer Deluxe Edition auf zwei CDs, um die es hier gehen soll, sowie in einer erweiterten Box mit drei CDs und einer DVD.

Bevor besagtes Mad World begegnet, eröffnet das Album erst einmal mit dem Titeltrack, der getragen begegnet und prototypischen 80er-SynthiePop bietet. Von der Dynamik her begegnen auch im Folgenden sowohl getragenere als auch an Tempo reichere Stücke. Pale Shelter (2nd Single Version) beispielsweise ist ein treibendes und gleichermaßen auch melancholisches Stück Musik, das auch 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung noch keineswegs bröckelt. Nimmt man dann einen Titel wie Memories Fade, so ist man zwar bei einem recht druckvollen Stück angelangt, das seine Dramatik aber im mittleren Tempo viel besser entfalten kann.

Zusätzlich zur Neuauflage der eigentlichen Stücke dieses Debüt-Albums gibt es dann noch die zweite CD, die auf über 70 Minuten Länge Original-Versionen, Single-Versionen, Bonus-Tracks und Remixe enthält. Teils ist der Grundtonus hier, trotz aller Eingängigkeit, etwas ungeschliffener. Pale Shelter im Original beispielsweise hat im Sound einige Kanten, während der Gesang eingängig wie gewohnt klingt. Der Remix von Suffer The Children hat indes einen etwas düsteren Klang als beim Original. Wino wiederum ist einer der Bonus-Tracks, der hier mit Akustik-Gitarre begeistert und gar nicht so den wavigen Charakter hat, den die anderen Stücke vorgeben.

Gehört das Album selbst eigentlich sowieso in eine Plattensammlung, so wird spätestens jetzt genug Anreiz geschaffen, sich The Hurting ins Regal zu stellen. Aber selbst, wenn man das Album bereits besitzt: Die zweite CD ist weit mehr als nur eine Füll-CD, um mal eben eine „Deluxe Edition“ zu simulieren. Nein, auch hier finden sich echte Perlen!

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Text: Marius Meyer