Seit dem Tod eines der Betreiber des Projektes TeHÔM, der im Jahr 1997 verstarb, war von dem Projekt nicht mehr viel zu vernehmen. Erst vor zwei Jahren entschied sich Miljenko Rajakovic, ein weiterer Betreiber, das Projekt wieder zum Leben zu erwecken und somit erscheint mit Lacrimae Mundi das dritte Album des Projektes nach über zehn Jahren Schlaf. Das Ergebnis ist eine düstere und sehr surreale Reise durch Dark Ambient-Gefilde, die Dark Ambient-Hörer nicht nur mit Überraschungen konfrontiert, sondern auch mit vielen Gewohnheiten des Genres bricht und zeigt, dass in dem Genre mehr als düsteres Grummeln möglich sein kann – sogar, dass sich dieses weitestgehend im Hintergrund aufhalten kann.

Schon zu Beginn erklingen Trommeln und Kehlkopfstimmen bei Perilious depth, Darkness Cosmogony of Myths dagegen lässt dezente Saxophone, Geräusche von Wind und Quietschen ertönen. Sehr konventionell dagegen Abyss mit Klangteppichen, die aber durch mehrere rhythmische Trommeln und Gesänge ergänzt werden, wohingegen Amorphous structure endzeitlich wirkt. The world ended wirkt ebenso endzeitlich, steigert sich immer weiter ins Bombastische. Danach geht es mit Lacrimae Mundi und The magnitude of shaking deutlich genretypischer zu. Dasselbe gilt für Atum, das wirkt wie im Kälteschlaf, bevor das bedrohliche Madality of cosmic matter das Album abschließt.

Lacrimae Mundi ist der obskure Horrortrip, den viele Dark Ambient-Alben gerne präsentieren würden, aber an der Umsetzung scheitern lässt. Hier merkt man dagegen, dass man weiß, auf welche Details man achten muss, um ein eindrucksvolles Klangwerk zu erzeugen, das man so schnell nicht vergisst.

Homepage: www.tehom.org
Label: www.cycliclaw.com // www.facebook.com/cycliclaw

Text: Tristan Osterfeld