Wenn man sich das dritte Album von Tenek so anhört, hat es eigentlich schon etwas Seltsames, dass Tenek im Jahr 2013 Vorband von De/Vision waren, die in jüngeren Jahren vor allem dafür gefeiert wurden, wieder mehr zum Elektro-Sound zurückgekehrt zu sein. Tenek machen auf ihrem dritten Album zwar auch vor allem Elektro, aber der rockige Einfluss mit Drums und Saiteninstrumenten ist nicht zu überhören. Ein Gewand, das den beiden Briten sehr gut steht, wie schon der Opener Everything Lost zeigen kann. Hooklines vom Bass, druckvolle Elektro-Sounds, Drive vom Schlagzeug und eingängiger Gesang lassen ein wenig Erinnerungen an Acts wie The Human League wach werden, zeigen aber vor allem gut die Nische von Tenek.

Namen zu nennen ist zwar immer gut für eine gewisse Einordnung, aber es wäre falsch, Tenek mit 80er-Koryphäen in einen Topf zu schmeißen, denn der Sound ist einfach zu modern dafür. Das zeigt auch eine Nummer wie Another Day sehr gut, das eingängigen Synthie-Pop mit Rock-Einflüssen zum Besten gibt, der den Elektro-Hörer mitreißen kann, aber auch – wie der Sound der Band generell – nicht vor Ecken und Kanten zurückschreckt. Dabei treffen Gefühl und Melancholie gleichermaßen auf optimistische Töne, wie man in Imitation of Life (kein R.E.M.-Cover) gut hören kann. Auch wenn Melancholie dabei ist, aus den Klängen ist auch immer der Funken Optimismus rauszuhören, der das Ganze spannend macht.

Wenn das Album dann im mittleren Tempo mit seinem Titelsong endet, weiß man, dass man hier einen wirklich gelungenen Drittling der Briten gehört hat. Wer druckvollen Elektro mit Synthie und gelegentlichen 80er-Anleihen mag, der dennoch fest im Hier und Jetzt geerdet ist, dem sei Smoke and Mirrors sehr ans Herz gelegt.

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Text: Marius Meyer