Die Bands, die The Anna Thompsons früher gecovert haben, sind schon sehr interessant, auch wenn die Coverversionen wohl nicht so berauschend geklungen haben. Dafür geht es auf dem selbstbetitelten Album dann nach einem etwas behäbigem Opener mit Amazing Grace ordentlich zur Sache. Und auch durchaus in Sphären, die mit der Intensität von bspw. Joy Division vergleichbar sind. The Anna Thompsons nehmen kein Blatt vor den Mund (Fuck you!) und scheinen von King Khan viel gelernt zu haben. Bringen aber auch viel Eigenes mit, sind sicherlich auch in die Riot Grrrl-Ecke einzuordnen, nach Riot klingen sie auf jeden Fall. Dabei aber hintergründig auch zuckersüß und unschuldig.

Vordergründig sind sie allerdings so dreckig, wie die Bandits wahrscheinlich gerne gewesen wären. Und sie schaffen das ohne Schauspiel. Ehrlicher, gut gemachter, schmutziger Rock’n’Roll aus den Kellern von Berlin von vier Frauen, die so schüchtern und unschuldig vom Cover zu uns herüber lächeln.

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Text: Simon-Dominik Otte