Man wundert sich ja manchmal schon, wenn inzwischen über 40 Jahre nach seinem Tod Menschen mit Jim Morrison-Shirts rumlaufen würden, die vom Alter her locker Enkelkinder des Doors-Sängers sein könnten. Ein deutlicher Beleg dafür, welch großes Vermächtnis er der Nachwelt hinterlassen hat. Auch die Live-Aufnahmen gelten noch heute als legendär – eine der legendärsten davon ist diese hier: Live At The Bowl ’68, aufgenommen einen Tag nach den Feierlichkeiten zum Amerikanischen Unabhängigkeitstag. Auf weit über einer Stunde Spielzeit präsentieren sich die Mannen um Jim Morrison in spielfreudigster Laune und spielen alle ihrer Klassiker. Und noch mehr.

Was bereits früh auf der Aufnahme deutlich wird: Gerne werden Songs auch mal in epische Länge improvisiert, was sich in den über zwölf Minuten von When The Music’s Over bereits zeigt, bei dem man auch die schleifende Orgel als eines der Markenzeichen der Doors erkennt. Auch das legendäre Light My Fire eröffnet die Orgel, das hier in einer sehr ansprechenden Live-Version geboten wird. Die auch schon im Original langen Improvisationen werden hier noch einmal ausgedehnt, sodass sich die Band hier ein weiteres Mal austoben kann. Ray Manzarek zeigt, was er an der Orgel so alles kann und auch Robby Krieger an der Gitarre hat ausführlich Zeit, sich zu beweisen.

Aber auch die anderen Stücke brillieren, wenn sie gerade mal nicht epische Länge haben. Alle sind sie hier vereint: Spanish Caravan, Back Door Man oder auch das zu dieser Zeit neue Hello, I Love You, das wenig später auf Platz 1 der US-Charts landete. Somit hat man mit Live At The Bowl ’68 zweierlei: Eine großartige Live-Aufnahme der Doors, aber auch gleichzeitig eine sehr geeignete Best Of. Pflichtprogramm!

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Text: Marius Meyer