Aus Bayern kommt das Duo The Dope und legt mit dem daher sehr passend betitelten Hinterlandia sein zweites Album vor. Was Franz Neugebauer am Schlagzeug und Rudi Maier als Sänger und Gitarrist hier zustande gebracht haben, ist ein für ein Duo überraschend breit klingendes Album, das recht gitarrenlastig und voll von Harmoniegesängen ist. Allerdings wird hier kein Folk gespielt, sondern Alternative Pop bzw. Rock, ausgeschmückt mit allerlei Details, die sich erst Stück für Stück erschließen. Trotzdem weist das Debüt leider einen Mainstream-artigen Sound auf. Anstatt mehr Details aus anderen Genres einzubauen, geht das Duo den Weg der Gimmicks, die dem ganzen Album einen gewissen Gleichklang bieten.

Gut, so wirkt alles zusammenhängend, aber bei einem 50-minütigen Album wäre ein echtes Ausbrechen aus den bekannten Mustern wünschenswert gewesen. Denn so richtig „outside the box“ klingt The Dope nie – immer wieder bleibt der Sound im gewohnten Rahmen, ohne ein wirklich eigenständiges Profil oder Alleinstellungsmerkmal zu zeigen. Einfach gesagt: es ist eben nur Gitarrenpop und -rock.

Allerdings sind die Songs des Albums nicht schlecht. The Dope rattern keine bloßen Songskizzen runter und haben öfters interessante, elaborierte Ideen zu bieten. Man merkt und hört glücklicherweise, dass Arbeit hinter den Songs steckt, was so manche ihrer Genrekollegen vermissen lassen. Dennoch bleibt The Dope‘s Hinterlandia leider eine durchwachsene Affäre: Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden, muss aber noch ausgeschöpft werden – gerade der zu gewöhnlich klingende Sound nimmt dem Album viel Spannung.

Homepage: www.thedope.de
Facebook: www.facebook.com/thedopemusic

Text: Wolfgang Merx