Es ist so eine Geschichte, wie sie die Rockmusik mitunter schreibt: Craig Finn zog 2000 nach Brooklyn, spielte dort in einigen eher mäßig erfolgreichen Bands, traf sich dann 2002 mit ein paar Freunden in seinem Apartment und es entstand eine vage Idee dessen, was sich heute The Hold Steady nennt. Wenig Erwartungen waren es, fühlte man sich doch mit Anfang 30 auch der besten Zeit für einen Rockstar längst entwachsen. 2003 kamen dann aber erstaunlich viele zu ihrer ersten Show in Williamsburg. „Plötzlich war The Hold Steady unser Leben”, erinnert sich Finn. Tja – warum kamen wohl so viele? Vielleicht, weil die Band es schafft, wirklich gelungenen, authentischen Alternative Rock zu machen?

Ja! Das könnte es sein. Und dieser Alternative Rock hat es nun bereits zum vierten Album der Gruppe gebracht. Spätestens, als man dann mal als Support der Rolling Stones auf der Bühne stand, musste man auch einsehen, dass die Jahre als Rockstar nicht vorbei sein müssen, wenn man Anfang 30 ist. Aber was ist es, was die Musik so auszeichnet? Nun… The Hold Steady schreiben ganz einfach Stücke, die eingängige Rockmusik mit einer angenehmen Sprödheit und Eigenwiligkeit bieten und dabei gut nach vorne gehen. Die Gitarren verzerrt und doch eingehend spielt man sich durch das Album und hat nebenbei noch hörbaren Spaß.

The Hold Steady spielen wenn man so will die klassische Variante amerikanischer Rockmusik. Nur eben, dass sie das auf ihre ganz eigene Weise tun. Und dabei klingen sie auch erstaunlich aktuell und obenauf. Yeah Sapphire beispielsweise zeigt diese Spielfreude und das Potential der Band eindeutig. Verzerrte, nach vorne treibende Gitarren, dazu ein melodisches Keyboard, immer wieder Riffs, rau-eingängig Gesang und positive Atmosphäre. Die positive Atmosphäre ist dabei auch ein Aspekt, der sich durch das Album zieht. Man merkt ihn bereits, wenn man als Opener Constructive Summer hört und denkt sich auch gleich: Sommerlich, so klingt es tatsächlich.

Man muss nicht immer traurig und allzu nachdenklich klingen, um Gefühl mit seiner Musik zu vermitteln. Genau das präsentieren uns The Hold Steady auf ihrem neuen Album Stay Positive, bei dem der Name Programm ist. Dennoch schaffen sie es, den Hörer zu berühren, gefühlvoll und durchdacht zu klingen und ganz nebenbei: Zu begeistern! Angenehm-dezente Härte trifft auf eingängigen Alternative Rock der gelungenen Sorte. Gerne wieder!

Homepage: www.theholdsteady.com
MySpace: www.myspace.com/theholdsteady

Text: Marius Meyer