Das Musikprojekt The Horn hat bislang seine Album zum Download veröffentlicht. Mit Volume Ten erscheint nun das erste Album auch auf CD – in einer Reihe von Alben, die sich mit dem Ägyptischen Totenbuch beschäftigen. Die einzelnen Sprüche des Totenbuchs sind dabei namensgebend für einzelne Lieder, so heißen diese Spell 165 usw. Allerdings wird nicht in chronologischer Reihenfolge vorgegangen, stattdessen finden sich Sprüche auf verschiedenen Teilen des Buchs auf der CD. Auch erfährt man leider wenig über den Inhalt der Sprüche, da der Gesang – oder besser gesagt, das Gekreische – schwer verständlich sind, auch wenn dieser zur düsteren Grundatmosphäre viel beiträgt.

So muss man sich weitestgehend auf die Grundstimmung des Albums verlassen und diese ist vor allem eines: Finster und bösartig. Schon der Gesang wirkt wie von einem Dämon, der sich noch unerkenntlich zeigt, aber jederzeit losschlagen könnte. Dazu schaffen die Gitarren durch ihr Riffing eine ägyptische Grundstimmung, wie man sie von Nile kennt, auch wenn sich The Horn musikalisch eher im Black Metal bewegen. Der Black Metal-Begriff wird allerdings weit gedehnt: Von doomigen Passagen hin zu rockigen und Depressive Black Metal-Passagen hin zu Ambient und Ritual bewegt man sich sehr weit, was auch teilweise fast schon abgedreht wirkt. Dazwischen kommen noch diverse Instrumente dazu, die ebenfalls unheilvoll wirken. Letztendlich kann man sich auf Volume 10 nur auf dessen Unberechenbarkeit verlassen. So als hätte man sich in den Pyramiden verlaufen und findet sich ständig in unerwarteten Bereichen wieder, die letztendlich nur eine Passage auf dem Weg zum Unvermeidlichen darstellen.

Diejenigen, die nicht lügen, wenn sie sagen, dass sie musikalisch sehr offen sind, denen wird das Album mit Sicherheit gefallen und sie können vielleicht ihre Toleranz mal austesten. Stimmig ist das Album auf jeden Fall.

Text: Tristan Osterfeld