Irgendwie waren und sind die Kinks, die sich ja nie aufgelöst haben, eine der meistunterschätzten Bands Groß-Britanniens. Wer weiß, ob sich die beiden Brüder Ray und Dave Davies nicht doch wieder vertragen und das Kriegsbeil begraben, aber so lange kann man sich als Kinks-Fan mit der Wiederveröffentlichung einer der besten Alben der Londoner Band, die auch heute noch von britischen Musikern wie Paul Weller oder Damon Albarn zitiert und gecovert werden, trösten. Was für ein brillanter Kopf Frontmann Ray Davies ist, das merkt man auch auf Lola versus Powerman and The Moneyground, Part One – and Percy wieder sehr genau. Sozialkritisch bis hin zu beißendem Sarkasmus – so kennt und liebt man Ray Davies und seine Kinks.

1970 zwischen April und September aufgenommen und am 27. November veröffentlicht, war Lola das Album, mit dem sich die Kinks nach einigen schwächeren Veröffentlichungen wieder mit der englischen Musikpresse aussöhnen konnten. Nun erscheint Lola versus Powerman and The Moneygoround, Part One – and Percy als Neuauflage um einige, bislang unveröffentlichte, Bonustracks erweitert als Doppel-CD.

Auf der Veröffentlichung sind Hits wie Apeman wo sich Ray Davies höchst ironisch mit dem Fortschritt auseinandersetzt und schon früh die totale Überwachung ankreidet und Lola, jenem Stück, das von einem Transvestiten und einem heterosexuellen Mann erzählt. Dieses heutzutage unaufgeregte Thema war der guten alten BBC einst dann doch zu offenherzig, sodass einer der bekanntesten Kinks Titel erstmal nicht gespielt wurde. So ändern sich die Zeiten.

Auf der zweiten CD befindet sich der Soundtrack zu Percy, einem relativ unbedeutenden Film des Regisseurs Ralph Thomas, für den zumindest Elke Sommer und Britt Ekland für verpflichtet werden konnten. Mittelmäßiger Film, aber guter Soundtrack, wo neben einigen im Film verwandten Songs auch einige Alternativversionen, wie z.B. von den bereits erwähnten Stücken Apeman und Lola finden kann.

Vielleicht nur was für Kinks-Fans, aber das macht die Arbeit eines der besten Songschreiber aller Zeiten nicht schlechter.

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Text: Dennis Kresse