The Mouse Folk täuschen zunächst einmal ein wenig über die ganzen Tatsachen hinweg. Ganz im Sinne von komplett. Denn Folk ist natürlich ein Bestandteil ihrer Musik, aber die Grenzen werden da schnell eingerissen. Sie beschreiben es selbst so: „The Mouse Folk sind eine Pop-Band und irgendwie auch keine.“ Wie viel Wahrheit man in einem derart unentschlossenen Satz bringen kann, beweisen The Mouse Folk sehr ansprechend. Denn neben Folk ist es nicht nur der Pop, der die Band inspiriert, sondern es sind auch deutlich die elektronischen Elemente, die man erwähnen muss, um die Berliner Band angemessen erschließen zu können.

Der Opener Come Here ist zunächst einmal folkig eröffnet. Ruhige gezupfte Gitarren, einfühlsamer Gesang, aber bald kommen auf einmal flirrende Beats dazu, die The Mouse Folk in poppige Gefilde loopen. Dennoch ist die klare Gitarre ein beständiger Begleiter. Manchmal entstehen dabei auch ganz stringente Pop-Nummern, wie For All I Know beweist. Mit hohem Tempo, Elektronik und Bass-Hookline tritt die Gitarre ein bisschen in den Hintergrund, ist aber eben immer da. Und sie ist eben auch das verbindende Moment des Albums, dessen regulärer Teil dann in Summerdays beendet wird – mit einem prototypischen Folk-Stück…

„Regulärer Teil“ heißt: Es folgen noch drei Remixe. Where We Stay begegnet dabei im Band-eigenen Remix, der über acht Minuten das Feeling des Songs vertieft und entspannten Elektro-Folk bietet. For All I Know wurde von der Band gemeinsam mit Powel neu arrangiert und club-tauglich aufpoliert. Länge: erneut über acht Minuten. Beendet wird das Album dann von den Lake People, die aus Cows, Cars & Ships eine verschachtelte Elektro-Nummer gemacht haben.

Am Ende ein wirklich gelungenes Indie-Album sowohl für Folk-Freunde als auch für Elektro-Begeisterte. The Mouse Folk müssen nur noch von den Richtigen entdeckt werden – das Publikum für ihre Musik ist definitiv groß genug.

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Text: Marius Meyer