Die von den beiden Brüdern Denis und Dermot Doherty gegründete Band The Plea stammt aus Ballyliffin, einem kleinen Dorf in Irland. Nachdem sie bereits als Vorgruppe von Snow Patrol auftraten sowie die EP Nothin’ But Trouble aufnahmen und veröffentlichten, erscheint nun auch in Deutschland ihr Debütalbum The Dreamer’s Stadium. Aus der Produktionsschmiede von Chris Potter stammend, der wohlmöglich sämtliche Platten klanglich veredelte, auf denen Richard Ashcroft singt, pendelt sich der Sound der Band wie erwartet irgendwo zwischen The Verve, den späten Simple Minds, Coldplay und U2 ein.

U2 ist dabei auch gleich ein gutes Stichwort. Nicht nur dass Sänger Denis Doherty eine eindeutige stimmliche Ähnlichkeit zu Bono mitbringt, die vier Musiker von The Plea scheinen das Vorhaben, ein Album nur mit singletauglichen Songs aufzunehmen, das ihre Landsmänner bereits bei All That You Can’t Leave Behind in Angriff nahmen, mit Elan angegangen zu sein. Jeder Song auf The Dreamer’s Stadium wartet mit groß angelegten Breitwand-Refrains und bombastisch arrangierten Höhepunkten auf. So macht The Stagger’s Anthem, der Eröffnungssong, seinem Namen alle Ehre und wird wirklich zur Poprockhymne, die, käme sie von Coldplay, andauernd im Radio laufen würde. Praise Be rockt enthusiastisch und druckvoll nach vorne, I Am The Miracle besitzt Ohrwurmqualität.

Obwohl der Klang und die Produktionsraffinesse auf Dauer des kompletten Albums etwas ausbleibt und nicht jede vermeintliche Single gleich gut ist – Oh Ah Yay besitzt in etwa so viel Tiefe, wie der Titel es naheliegt – überwiegen insgesamt doch die positiven Elemente. Windchime überzeugt als melancholische Midtempo-Nummer, die am ehesten an The Verve erinnert, trotz der abfallenden Spannung in den letzten anderthalb Minuten. Und wer sämtliche Anspielungen auf popkulturelle Musikklassiker in Out Like A Light ausfindig machen und richtig benennen kann, bekommt von mir ein Eis spendiert.

Mit Sicherheit steht der Band eine große Zukunft im Business zu, wenn sie so weiter macht wie auf The Dreamer’s Stadium. Hin und wieder ein wenig mehr Eigenständigkeit, hier und da ein paar mehr Kanten – aber viel mehr hat sie eigentlich nicht auszubügeln. Hier kann man also eine Band auf ihrem Aufstieg studieren, zwar mit großen Gesten hantierend, dabei jedoch mitnichten unsympathisch wirkend. Und vielleicht sieht man sie bald mal losgelöst von jedweden Vorgruppenverpflichtungen.

P.S.: Hier lohnt sich übrigens das konzentrierte Lauschen noch. Nach wenigen Momenten Stille folgt auf Too Young To Die ein Hidden Track, der mit akustischer Gitarre und Chorgesang ein wenig an Elbow erinnert und fast zum besten Material des ganzen Albums zählt.

Homepage: thepleaofficial.blogspot.de
Facebook: www.facebook.com/thepleaofficial
Twitter: www.twitter.com/ThePleaOfficial

Text: Fabian Broicher