Hinter dem Namen the Rides verbergen sich drei bekannte Größen aus dem Rock- und Blues-Umfeld, nämlich Stephen Stills, Barry Goldberg und Kenny Wayne Shepherd. Während die beiden erstgenannten schon in den 60ern bekannt wurden, kam Shepherd erst 1977 zur Welt, aber das Debütalbum „Can’t Get Enough“ zeigt auf mehr oder weniger überraschende Weise, wie zeitlos der Bluesrock klingt, den das Trio präsentiert. Vor dem Albumrelease haben die Drei angekündigt, sich auf die Idee der „Super Session“ von Al Kooper und Mike Bloomfield zu beziehen. Dieses Album wurde 1968 veröffentlicht – Stills und Goldberg waren seinerzeit mit von der Partie. Bei Can’t Get Enough besetzen Stills und Shepherd die Rolle des singenden Gitarristen übrigens doppelt, wechseln sich aber meistens bei den einzelnen Stücken ab.

Modern produziert und dennoch ganz klassisch geht das Trio, verstärkt durch ein paar Sessionmusiker, voran und spielt neben Bluesstandards wie Muddy Waters‘ Honey Bee ebenfalls Songs, die man nicht erwartet hätte, allen voran Iggy Pops Search And Destroy und – die Wahl geht ganz sicher auf Stills zurück – Neil Youngs Rockin‘ In The Free World. Gerade diese beiden Stücke geben dem Album eine etwas härtere Note und sind, wie alle Coverversionen dieses Albums, gar nicht so übel, auch wenn sich das Trio ziemlich an die Originalversionen hält.

Was das Album so besonders macht, ist allerdings vielmehr die Spielfreude, die die Band an den Tag legt. Man hört regelrecht, wie viel Spaß die Sessions gemacht haben müssen. Stills ist gesanglich wie an der Gitarre in Topform und zeigt, dass seine kernige Stimme die von Shepherd übertrifft und noch besser zu den Bluesstücken passt. Dennoch ist es klasse, wie sehr beide in ihrem Gitarrenspiel harmonieren. Goldberg setzt seine Keyboards dabei gekonnt drumherum ein.

Damit bleibt letztlich nur zu sagen, dass The Rides mit Can’t Get Enough ein sehr gutes Debütalbum gelungen ist, selbst wenn man bei den drei Herren kaum noch von Debüt reden kann. Trotzdem: So frisch sollte Bluesrock immer klingen!

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Text: Wolfgang Merx