Wer hätte gedacht, dass die altehrwürdigen Rolling Stones ein Leben hatten, bevor sie zur Marketing-Maschine verkamen, die einer Last Farewell-Tour noch unendlich viele Touren folgen ließ, was aber musikalisch nur noch sehr kritisch beäugt werden kann? Die Stones waren spätestens nach dem Ende der Beatles die beste Band der Welt und sie produzierten 1971 mit Exile on Main Street ein Album, das auch Dekaden nach dem Erscheinen zu einem der besten Alben, die je aufgenommen wurden, zählt. Man sieht eine Band in der Blüte ihrer Jahre, die mit einem enormen Ehrgeiz an die Aufnahme eines der besten Alben der Siebziger ging, geflüchtet vor der Steuerpolitik Englands ins mondäne Südfrankreich entfachen die Stones eingerahmt in Sex, Drugs and Rock’n‘Roll ein Feuerwerk an Klassikern wie Rip This Joint oder Tumbling Dice.

Zeitzeugen wie der Saxophonist Bobby Keys berichten über die Aufnahme-Sessions in der Villa Nellcote in der Ortschaf: Villefranche-sur-Mer. Ebenfalls interessant sind die Erzählungen der Dauerfreundin Keith Richards‘, Anita Pallenberg, über die Enstehung des Albums. Auch diejenigen, die von Exile on Main Street geprägt wurden, wie Don Was, Sheryl Crow, Jack White, Benicio del Toro etc. geben ihre Sicht der Dinge wieder.

Eine wunderbare DVD über die Stones in den 70ern – und wenn man ehrlich ist, ihrer besten Zeit. Auch wenn sie sich in Anbetracht der Tatsache, dass sie seit 50 Jahren auf der Bühne stehen und das entsprechend feiern, so wie damals wird’s nie wieder.

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Text: Dennis Kresse